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Kräftigung wider das Altern

Gerade in Anbetracht des demografischen Wandels und der Überalterung der Bevölkerung mit für das Jahr 2050 schätzungsweise 30 Millionen über 60-Jährigen in der Bundesrepublik und ca. 2 Milliarden weltweit muss die wachsende Personengruppe der Älteren verstärkt in die Aufmerksamkeit der Gesundheitsversorgung rücken und das biologische Alter trotz fortschreitendem kalendarischen Alter so „jung“ wie möglich gehalten werden.

Während das kalendarische Alter den Zeitraum, der seit der Geburt vergangen ist, beschreibt, findet im Kontext des biologischen Alters, der körperliche Funktionszustand sowie die Ausprägung kognitiver und motorischer Fähig- und Fertigkeiten Berücksichtigung, welche durch körperliches Training gefördert werden können.

Alter und Fitness

Mit leichten Variationen zwischen den motorischen Kompetenzen liegt im Alter zwischen 20 und 35 Jahren der potenzielle Höhepunkt der motorischen Leistungsfähigkeit [3]. Wurde dieser Leistungsgipfel erreicht, kommt es jenseits von diesem zu einem quasi linearen Abfall der Leistungsfähigkeit in den Folgejahrzehnten, welcher sich ab dem 7. bzw. 8. Lebensjahrzehnt nochmals beschleunigt.

Diese Beobachtungen sind allerdings nur dann richtig, wenn über den gesamten Beobachtungszeitraum immer die maximale Leistungsfähigkeit herangezogen wird. So kann der individuelle Höhepunkt bei einer sehr sparsamen Bewegungsbiografie, aber einem späteren Einstieg in körperliches Training, durchaus auch erst jenseits der 40er eintreten. Wurde ein hohes Leistungsniveau erreicht, z. B. im Fall ehemaliger Spitzenathleten, zeigen diese Menschen auch in fortgeschrittenem Alter (> 70 Jahre) noch Leistungen, welche mit denen von 20 bis 30 Jahren jüngeren Personen der Normalbevölkerung übereinstimmen.

Knochendichte

Durch körperliche Inaktivität kann eine altersassoziierte Verschlechterung bei beinahe allen körperlichen Parametern beobachtet werden. Warming, Hassager und Christiansen beobachteten eine mit dem Alter korrelierte Reduktion der Knochendichte, die sich bei Frauen insbesondere mit Eintritt der hormonellen Veränderungen in der Menopause deutlich beschleunigt. In einer Querschnittsstudie mit Probanden in einer Altersspanne von 54 bis 73 Jahren wiesen ehemalige Leistungssportler wesentlich höhere Knochendichten auf als die Personen in der sedentären Kontrollgruppe. Die Altersdifferenzen, von Warming und Kollegen herangezogen, war bei den ehemaligen Athleten verglichen mit der Kontrollgruppe eine Verjüngung des Knochenalters von bis zu 5 Jahrzehnten zu beobachten.

Etherington und Kollegen konnten diesbezüglich einen positiven Dosis-Wirkungs-Zusammenhang von Aktivitätsniveau und Knochendichte mit ehemaligen Spitzenathleten am einen und körperlich inaktiven Personen am anderen Extrem des Aktivitätskontinuums nachweisen. Auch hier bestätigt sich eine mehrere Dekaden umspannender Unterschied des Knochenalters.

Neben diesen korrelativen Ergebnissen, bei denen die starke Assoziation von körperlicher Aktivität und Knochendichte auch durch andere Faktoren verzerrt sein kann, konnten die 65- bis 78-jährigen Teilnehmer eines multimodalen, heimbasierten Trainingsprogramms innerhalb einer Interventionszeit von 18 Monaten die Knochendichte in den Lendenwirbelkörpern um eine halbe Standardabweichung (d = 0,49), im Femurhals sogar um d = 0,6 Standardabweichungen im Vergleich zur Kontrollgruppe verbessern. Die Kontrollgruppe war allerdings nicht inaktiv, sondern führte ein niederschwelliges Trainingsprogramm durch, welches wohl dazu beitrug, dass die Knochendichte zumindest nicht zurückging. Im Kontext der Alterszusammenhänge von Warming und Kollegen entsprechen diese Effekte einem Altersunterschied von 0,5 bis zu 2 Jahrzehnten (in Abhängigkeit von der knöchernen Struktur und der Referenzkategorie). Als positiver Zusatzeffekt zeigte die Trainingsgruppe mit der hohen Trainingsintensität eine um ⅓ niedrigere Sturzrate als die niederintensiv trainierende Kontrollgruppe. In einer systematischen Übersichtsarbeit fanden Zhao, Zhao und Xu einen ebenfalls positiven Effekt von Krafttraining auf die Knochendichte, der insbesondere durch die Kombination von Krafttraining und dem Training mit Gewichtswesten und hohen Impulsen (z. B. durch Sprünge) gefördert wurde.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Kräftigung wider das Altern

Aus der Zeitschrift: Erfahrungsheilkunde 03/2019

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