• Ohr, Hand

     

Nachlassendes Hörvermögen

Behandlungskonzepte aus der TCM, der Phytotherapie, der Ozontherapie und Osteopathie stellen Ihnen vier Experten/innen vor.

1 Akupunktur: Fülle- oder Leere-Muster behandeln
Aus der Sicht der TCM sind bei nachlassendem Hörvermögen hauptsächlich die Zang-Organe Niere und/oder Leber beteiligt. Beispielhaft werden folgende Muster vorgestellt:
Fülle-Muster Leber-Qi-Stagnation und aufsteigendes Leber-Feuer
Frustration und Ärger können die Leber schädigen und den freien Fluss des Leber-Qi beeinträchtigen. Die Qi-Stagnation und der damit einhergehende Druck erzeugen Stagnationshitze. Schwillt diese zu einem Feuer an, kann sie über die Gallenblasenleitbahn das Ohr schädigen. Therapeutisches Prinzip: Leber-Qi bewegen und/oder Hitze aus Leber und Gallenblase klären.

Als klassische Rezeptur zum Verteilen und Bewegen des Leber-Qi gilt Xiao Yao San. Beispiele für geeignete Akupunkturpunkte sind: Dü 19 (Ting Gong), Gb 2 (Ting Hui), SJ 21 (Er Men) oder SJ 17 (Yi Feng) in Kombination mit einer Auswahl der Punkte Le 3 (Tai Chong), Di 4 (He Gu), Bl 18 (Gan Shu), Pe 6 (Nei Guan), Gb 20 (Feng Chi), SJ 6 (Zhi Gou), Ying Tang (M-HN-3). Bei Vorliegen von Leber-Feuer empfiehlt sich die Rezeptur Long Dan Xie Gan Tang. Geeignete Akupunkturpunkte sind unter anderem SJ 17 (Yi Feng), SJ 3 (Zhong Zhu), SJ 5 (Wai Guan), Gb 40 (Qiu Xu), Gb 20 (Feng Chi), Gb 34 (Yang Ling Quan), Le 3 (Tai Chong), Le 2 (Xing Jian), Di 5 (Yang Xi).

Leere-Muster Nieren-Mangel
Nieren-Schwäche ist häufig bei älteren Patienten, kann aber zum Beispiel auch die Folge von Krankheit sein. Therapeutisches Prinzip: Nieren beziehungsweise Nieren-Yin und/oder -Yang tonisieren. Eine Rezeptur bei Nieren-Yin-Schwäche ist Er Long Zuo Ci Wan, bei Nieren-Yang-Schwäche Bu Gu Zhi Wan.

Beispiele für geeignete Akupunkturpunkte sind bei Nieren-Yin-Schwäche: Bl 23 (Shen Shu), Ni 3 (Tai Xi), Ni 7 (Fu Liu), Dü 19 (Ting Gong), Gb 2 (Ting Hui), Lu 7 (Lie Que), Ni 6 (Zhao Hai); bei Nieren-Yang-Schwäche: Bl 23 (Shen Zhu), RM 4 (Guan Yuan), LG 4 (Ming Men), Ni 3 (Tai Xi), Gb 2 (Ting Hui), SJ 17 (Yi Feng), Ma 36 (Zu San Li), Dü 3 (Hou Xi), Dü 4 (Wan Gu), Bl 62 (Shen Mai).


2 Phytotherapie: Nicht nur Ginkgo

Beim nachlassenden Hörvermögen kann eine Behandlung mit Heilpflanzen hilfreich sein. Um das Gehör zu stärken, verfolgt die Pflanzenheilkunde zwei Ziele. Sie versucht, die Versorgung der Sinneszellen im Innenohr zu verbessern sowie degenerative Prozesse der Hörbahn zu verlangsamen. Einer besseren Versorgung der Sinneszellen dienen: Heilpflanzen, 

  • die traditionell zur Stärkung der Sinnesleistung angewendet werden.
  • welche die Fließeigenschaften des Blutes verbessern.

Zur ersten Gruppe kann die Braunwurz (Scrophularia nodosa) gezählt werden. Sie wird traditionell bei Ohrenbeschwerden und Schwerhörigkeit eingesetzt. Ihre Wirkung ist mit der des Augentrostes (Euphrasia officinalis) vergleichbar, der auch bei Schwerhörigkeit eine Option ist. Generell gilt: Heilpflanzen, die traditionell zur Stärkung des Sehvermögens eingesetzt werden, kommen auch bei Schwerhörigkeit in Betracht. Das gilt unter anderem für den Safran (Crocus sativus), den Baldrian (Valeriana officinalis) und die chinesische Beerentraube (Schisandra chinensis). Safran kann als Crocus-Urtinktur rezeptiert werden. Er findet sich auch im sogenannten „kleinen Schwedenbitter“ nach Maria Treben, der auch bei Schwerhörigkeit empfohlen wird.

Zur zweiten Gruppe zählen unter anderem rutinhaltige Heilpflanzen wie die Weinraute (Ruta graveolens) und der Buchweizen (Fagopyrum esculentum). Durch eine Interaktion mit dem plättchenaktivierenden Faktor (PAF) fördert Ginkgo (Ginkgo biloba) die Durchblutung. Ginkgo hat auch neuroprotektive Eigenschaften. Diese können sich positiv auf mögliche degenerative Prozesse der Hörbahn auswirken. Rosmarin (Rosmarinus officinalis) wirkt über seine campherhaltigen ätherischen Öle durchblutungsfördernd. Er ist besonders bei Patienten mit niedrigem Blutdruck eine Option.

Eine einfache Teekomposition kann hergestellt werden aus zwei Teilen Buchweizenkraut und je einem Teil Augentrostkraut, Braunwurzwurzel und Baldrianwurzel. Wer gerne zu Fertigpräparaten greift, ist beim nachlassenden Hörvermögen mit Ginkgo- und Rutin-Präparaten gut bedient.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Nachlassendes Hörvermögen

Aus der Zeitschrift Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift 05/2017

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