• Ursel Bühring

     

Im Gespräch – „Menschen, die Pflanzen kennen und lieben, finden Freunde auf der ganzen Welt.“

Ursel Bühring ist eine der bekanntesten Fachfrauen für Pflanzenheilkunde in Deutschland. Ihre Bücher sind Bestseller und zu ihren Vorträgen und Workshops für medizinische Experten und Laien kommen die Teilnehmer von nah und fern. Im Interview mit den Redakteuren der DHZ schildert Ursel Bühring u. a., was Heilpflanzen für sie bedeuten, welche Pflanzen sie besonders schätzt und worauf sie bei der Ausbildung an ihrer Schule wert legt.

Frau Bühring, Pflanzen statt Pillen: Hat Sie diese Devise vor vielen Jahren zur Phytotherapie geführt oder gibt es noch eine andere Triebfeder für diese intensive Beschäftigung mit den Pflanzen?

Ich glaube, der eigentliche Samen wurde in meiner Familie gelegt. Die Freude an Pflanzen in jeglicher Form, ob als Nahrung, als Wunderwerke der Natur, als etwas also, das man beobachten und bestaunen kann – mit all dem bin ich in meiner Familie aufgewachsen. Das führte dazu, dass ich wie selbstverständlich mit der Natur umging und meine Tees, Tinkturen, Salben und vor allem auch mein Wildgemüse selbst gesammelt, zubereitet, angewendet und genossen habe – und das auch heute noch tue.

Hinzu kamen medizinische Prägungen. Ich habe als Krankenschwester auf einer Station für Infektiologie, in der Dialyseabteilung und als Stationsschwester im Herzzentrum gearbeitet. Doch erst, als ich persönlich miterleben durfte, wie verlässlich und erstaunlich Pflanzen tatsächlich wirken, ist der Groschen endgültig gefallen und ich beschloss, dass ich den Heilpflanzen meine Zukunft widmen möchte. Das war zeitgleich mit dem Beginn meiner Heilpraktikerausbildung 1982.

Haben Sie sich auf bestimmte Pflanzen spezialisiert? Wie stehen Sie dazu, Pflanzen aus fernen Ländern bei uns einzusetzen?

Überall auf der Welt gibt es Heilpflanzen, deren Bedeutung, Wirkung und Anwendungspraxis mit den Menschen in den jeweiligen Kulturkreisen gewachsen ist. Diese Systeme lassen sich genauso wenig und einfach verpflanzen wie die Pflanzen selbst. Ich glaube, dass es wirklich so eingerichtet ist, dass dort, wo die Menschen wohnen, auch ihre Heilmittel gedeihen. Diese enorme Fülle an heilsamen Pflanzen gilt es zuerst zu nutzen. Doch die Zeiten ändern sich, die Lebensumstände ebenso, und im Zeitalter der Globalisierung besuchen uns Pflanzen aus anderen Erdteilen als Globetrotter. Viele Pflanzen sind bei uns seit Jahrhunderten schon gut eingebürgert. Wir nehmen gar nicht mehr wahr, dass sie, wie die Kapuzinerkresse oder der Kürbis, bei uns ursprünglich nicht heimisch waren. Ich empfinde es als Bereicherung, wenn wir am Schatz anderer Länder teilhaben können – aber stets ausgesucht und gut begründet und nie zum Schaden anderer! Biopiraterie, Ausrottung oder Patente auf Pflanzen lehne ich ab! Wie segensreich sind aber z. B. Adaptogene wie Ginseng oder Taigawurzel oder die Echinacea aus Nordamerika. Wovon ich gar nichts halte sind Modepflanzen, die auf einmal aufkommen und die Welt retten sollen, deren Anpreiser und Verkäufer sich jedoch v. a. eine Rettung ihres Kontos erhoffen. Und: Ohne genaues Überprüfen sollte man auch nicht einfach generell alle „Wirkungen“ von Pflanzen aus z. B. Asien oder Südamerika auf Mitteleuropa übertragen.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Im Gespräch – „Menschen, die Pflanzen kennen und lieben, finden Freunde auf der ganzen Welt.“

Aus der Zeitschrift Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift 4/2010

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