• Psychosomatik und Osteopathie - Heilpraxis - Thieme Verlag

     

Psychosomatik und Osteopathie

Immer wieder kommen Patienten in die osteopathische Praxis, deren Beschwerden keine erkennbare organische Ursache zugrunde zu liegen scheint. Meist bezeichnet man die Beschwerden als psychosomatisch. Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Bezeichnung? Und ist in diesen Fällen die Osteopathie eine geeignete Behandlungsoption?

„Psychosomatose: Seele löst Krankheiten aus. Der Körper kann durch die Seele verrücktspielen. Schwindel, Atemnot, Kopfschmerzen oder Herzrasen können Anzeichen für psychische Belastungen sein. Psychosomatose heißt die Erkrankung, die durch die Seele ausgelöst wird und sich körperlich äußert. Die Betroffenen rennen oft von Arzt zu Arzt, ohne dass ihre Leiden anhaltend gemildert werden. Ihnen hilft letztlich eine Psychotherapie. Diese ist auch angebracht, wenn jemand z. B. unter Angst- und Panikattacken leidet.“. Der Begriff Psychosomatik oder ähnliche Wörter werden häufig und gerne als Schlagwort verwendet, wie auch in dieser kurzen Zeitungsnotiz. Sucht man jedoch nach einer einheitlichen Definition für „Psychosomatik“, wird man enttäuscht, denn nahezu jedes Lehrbuch weicht in der Formulierung mehr oder weniger vom anderen ab.

Ein Begriff – viele Definitionen

„Der Begriff ‚Psychosomatische Medizin‘ wird immer wieder missverstanden. Es handelt sich dabei zum einen um einen allgemeingültigen und selbstverständlichen Zugang zum notleidenden Menschen. Zum anderen ist es eine Fachdisziplin … Zudem ist sie eine Forschungsrichtung mit dem Ziel, die seelische Seite einer Krankheit besser verstehen und damit besser behandeln zu können.“

In anderen Definitionen wird der „Zugang“ etwas näher erläutert: „Psychosomatische Medizin ist die Lehre von den körperlich-seelisch-sozialen Wechselwirkungen in der Entstehung, im Verlauf und in der Behandlung von menschlichen Krankheiten. Sie muss ihrem Wesen nach als eine personenzentrierte Medizin verstanden werden.“ In der nachfolgenden Erklärung wird deutlich, dass bei psychosomatischen Erkrankungen auch seelische Anteile ausgemacht werden können. „Psychosomatik ist die Lehre von der Wechselwirkung zwischen seelischen, psychosozialen und körperlichen Prozessen in Gesundheit und Krankheit.“

Es geht also auch um Wechselwirkungen zwischen Körper, Seele und sozialem Umfeld. Man verlässt das vertraute Terrain von Ursache und Wirkung nicht. Das führt dazu, dass bestimmte Erkrankungen des Körpers von der Seele ausgehen sollen, andere körperliche Erkrankungen auf die Seele wirken und bestimmte körperliche Symptome „rein psychisch“ sind. Glaubt man dann ein wenig Klarheit gefunden zu haben, raubt einem das folgende Zitat wieder alle Sicherheit: „Eine Unterscheidung zwischen psychosomatischen und rein somatischen Krankheiten … kann weder theoretisch noch empirisch eingehalten werden.“

Systematik der psychosomatischen Erkrankungen

In der medizinischen Krankheitslehre bestehen erhebliche Schwierigkeiten, Patienten mit körperlichen Symptomen ohne erkennbare organische Grundlagen zu beschreiben und einzuordnen. Es gibt dafür eine Fülle unterschiedlicher Bezeichnungen wie „psychovegetatives Syndrom“, „funktionelle Störung“, „vegetative Dystonie“, „psychogenes Syndrom“ oder „Organneurose“. Grundsätzlich spricht man von somatoformen Störungen, wenn keine organische Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann, von psychosomatischen Störungen (im engeren Sinn) bei organischen Erkrankungen mit psychosozialen Auffälligkeiten.


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Aus der Zeitschrift Deutsche Zeitschrift für Osteopathie 03/2016

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