• Ernährung © Thieme Verlagsgruppe

     

Richtig(es) essen

In allen alten Gesundheitslehren ist die Ernährung eine der tragenden Säulen sowohl in der Therapie als auch zur Gesunderhaltung. Vor über 3000 Jahren beschrieben beispielsweise die ayurvedischen Lehrer die 3 Doshas Vata, Pitta und Kapha als unterschiedliche Energieformen im menschlichen Organismus. Je nach Konstitution oder Typus herrschen bei jedem Menschen 1 oder auch 2 Doshas vor. Damit der Mensch mit sich in Harmonie leben kann, empfahlen sie, diese vorherrschenden Doshas zu besänftigen. Eine der wichtigsten Methoden dazu war, und ist es heute noch, die Ernährung.

Auch Hippokrates von Kos (ca. 460–360 v. Chr.) wusste bereits um die Bedeutung der Ernährung und prägte den bekannten Satz „Lass Nahrung deine Medizin sein“. Verinnerlicht haben ihn heute jedoch nur noch wenige. Ganz im Gegenteil. Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Arteriosklerose oder Gicht sind eindeutig ernährungsbedingt verursacht. Das Problem ist dabei aber nicht die Ernährung an sich, wir alle müssen essen und trinken. Bewusst ungesund oder falsch ernährt sich ebenfalls fast niemand. Mit der Aussage „Sie sollten auf Ihre Ernährung achten“ gibt man Patienten daher auch keinen wirklich guten Rat mit auf den Weg. Das Problem ist, dass sich viele Menschen nicht richtig bzw. nicht gesund ernähren und sich dessen gar nicht bewusst sind. Doch tut sich da auch schon die nächste Frage auf: Was ist eigentlich richtige bzw. gesunde Ernährung?

Bereits vor 3000 Jahren gab es allgemeine Ernährungsempfehlungen, die für alle Menschen galten. Doch auch für die verschiedenen Typen gab es damals schon spezielle.

Eines steht fest: Die richtige und gesunde Ernährung gibt es nicht. Jedenfalls ist es nicht für jeden dieselbe. Ernährung ist individuell unterschiedlich gesund – je nach bereits bestehender Krankheit und v. a. je nach Konstitutionstyp. Hinzu kommt, dass jeder Mensch Vorlieben und Abneigungen hat und jeder anders auf die aufgenommene Nahrung reagiert, sogar in veränderten Situationen. Ein Grund, warum manche Menschen von bestimmten Diäten tatsächlich ernsthaft krank werden. Gesunde und richtige Ernährung ist also für jeden Menschen eine andere. Das macht die Ernährungsberatung schwierig. Eine Orientierung für die richtigen Ernährungsempfehlungen können die verschiedenen Konstitutionstypen sein.


Arbeiten mit der Typenlehre nach Kretschmer

Eine auf den jeweiligen Konstitutionstyp zugeschnittene Ernährung als Baustein in einen ganzheitlichen Behandlungsansatz einzubringen, ist immer ein Gewinn. In vielen Fällen sprechen angewandte Therapien deutlich schneller an und bringen einen rascheren Erfolg, wenn der Patient sich typgerecht ernährt. Der Einsatz der Ernährung kann sich also entscheidend auf die körperliche Verfassung und somit auf die Gesundheit eines Patienten auswirken. Ein Basiswissen über Lebensmittel, und natürlich die Typenlehre, sind dabei Grundvoraussetzung, um individuelle Ernährungsempfehlungen in Anlehnung an die Konstitutionstypen geben zu können.

Professor Ernst Kretschmer (1888–1964) entwickelte die nach ihm benannte Konstitutionslehre ursprünglich, um Zusammenhänge zwischen Körperbaumerkmalen und psychischen Eigenschaften statistisch auswerten und belegen zu können. Die Typenlehre nach Kretschmer eignet sich für die Ernährungslehre deshalb so gut, weil es sich hier um bestimmte Grundtypen handelt, bei denen der Körperbau im Fokus der Betrachtung steht. Im Zuge der wissenschaftlichen Untersuchungen von Professor Kretschmer wurden später zusätzlich Unterschiede in den Stoffwechselfunktionen erkannt.


Die Einteilung der Typen für die Ernährungstherapie

Die 3 Grundtypen des Ayurveda – Vata, Pitta und Kapha – werden u. a. von der Funktionsweise des Stoffwechsels abgeleitet. Es lässt sich bei einer genaueren Betrachtung eine Übereinstimmung der 3 Grundtypen aus der alten Lehre des Ayurveda und der modernen Konstitutionslehre nach Kretschmer erkennen: Im Kapha-Typ identifizieren wir den Pykniker, im Vata-Typ den Leptosomen und im Pitta-Typ den Athleten.

 

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Aus der Zeitschrift Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift 6/2015

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