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Verdauung neu lernen

In den letzten zehn Jahren wurden mehr als 20 ursächliche Faktoren funktionaler gastrointestinaler Erkrankungen identifiziert. Doch wie lassen sich diese kausal behandeln?

Vielfach ist das enterische Nervensystem pathophysiologisch beteiligt, mit dem Reizdarmsyndrom als Leiterkrankung. Physiologisch manifestiert sich die Krankheit, unabhängig von den Ursachen, immer in einer gestörten nervösen Regulation der glatten Muskulatur und/oder der Schleimhaut. Dies führt letztendlich zu einem Nervenzellver-lust im Darm. Man spricht von enterischer Neuropathie.

Doch welche funktionelle und anatomische Struktur liegt dem enterischen Nervensystems (ENS) zugrunde, wie interagiert es mit dem Nerven- und Immunsystem des Körpers, und welche Erkrankungen und Therapieansätze ergeben sich aus seinen Störungen?

Zentrum für Funktion, Versorgung und Immunsystem des Darms

Das enterische Nervensystem koordiniert als eigenständige Steuerung lokale Vorgänge im Darm, insbesondere die Motorik, die für die Motilität (zum Beispiel den Transport der Speisen durch den Verdauungstrakt) notwendig ist. Mit eingeschlossen ist die Sekretion der dazugehörigen Drüsen (Speicheldrüse, Pankreas, Gallenblase) und die bedarfsadaptierte Durchblutung des Verdauungstrakts. Im Rahmen neuroimmunologischer Vorgänge ist das enterische Nervensystem auch an der Abwehr von Krankheitserregern und an Entzündungsprozessen beteiligt.

 

MERKE

Der englische Physiologe John Langley prägte 1921 den Begriff des enterischen Nervensystems. Mit seinen 150 Millionen Neuronen handelt es sich dabei um die größte Ansammlung von Nervenzellen außerhalb des Zentralnervensystems.
 

Zusammenwirken von Nerven-und Gliazellen

Die kleinste Funktionseinheit des enterischen Nervensystems bilden Neuronen und Gliazellen. Letztere sind ähnlich wie im Gehirn für die Signalverarbeitung beziehungsweise Versorgung der Neuronen zuständig. Beide Zelltypen sind in der Wandstruktur vom Ösophagus bis zum Rektum sowie in Speicheldrüse, Pankreas und Gallenblase lokalisiert.

Das enterische Nervensystem liegt in der Darmwand in folgenden zwei Schichten:

  • Plexus myentericus (Auerbach-Plexus), der zwischen der Ring- und Längsmuskulatur liegt und im Wesentlichen die Motorik steuert
  • Plexus submucosis (Meissner-Plexus), der innerhalb der Tela submucosa liegt und für die Kontraktion der Zotten sowie die Sekretionsvorgänge von Galle und Bauchspeicheldrüse verantwortlich ist

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Verdauung neu lernen
aus der Zeitschrift Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 05/2020

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