• Vitamine und Gesundheit

    Verborgener Hunger trotz kalorischem Überfluss: Statt eines echten Vitaminmangels, wie z. B. früher bei Skorbut, tritt heute eine Unterversorgung mit diffuseren Symptomen auf.

     

Vitamine und Gesundheit

Wenn es um gesunde Ernährung und dabei ganz besonders um Vitamine geht, so wird immer wieder darauf hingewiesen: „Wir brauchen keine (zusätzlichen) Vitamine, wir haben genug Obst und Gemüse!“ Beides ist nicht wirklich richtig! Natürlich brauchen wir Vitamine und wir haben durchaus auch genügend Obst und Gemüse. Allerdings sind Obst und Gemüse nicht alleine ausreichend, wenn es um die Versorgung mit Vitaminen geht!

Der Hinweis in der Nationalen Verzehrsstudie, dass in Deutschland kein Vitaminmangel besteht, ist zwar durchaus richtig, aber eben auch nur die halbe Wahrheit. In Deutschland ist das Auftreten eines klinisch sichtbaren Vitaminmangels tatsächlich selten, wenngleich über eine Zunahme an Rachitis bei Kindern berichtet wird.

Der klinisch sichtbare Vitaminmangel stellt ein Endstadium dar, welches sich je nach Vitamin über mehr oder weniger lange Zeit entwickelt hat. Dass bis zu dieser Entwicklung die unzureichende Versorgung mit Vitaminen durchaus Krankheitswert haben kann, wird mangels geeigneter analytischer Verfahren und spezifischer Biomarker oft nicht festgestellt. Um zu verstehen, warum nicht nur die Ernährungswissenschaften, sondern auch die Medizin auf das klinische Bild des Vitaminmangels als einzige Indikation einer Intervention ausgerichtet ist, kann man die Geschichte der Vitaminforschung heranziehen.

Geschichtliches
Das bekannteste Vitamin ist Vitamin C. Denn sein Mangel löste früher eine typische und weit verbreitete und gefürchtete Krankheit, den Skorbut, aus. Vor allem bei Matrosen, deren Ernährung im Wesentlichen aus Schiffszwieback und Dörrfleisch bestand, trat Skorbut als Schreckgespenst auf. Zunächst fing das Zahnfleisch an zu bluten, die Zähne fielen aus, es kam zu Blutungen in den Gelenken und damit zur Arbeitsunfähigkeit und schließlich zum Tod. Teilweise skurrile empirische Beobachtungen führten jedoch dazu, dass entsprechende Rezepte gegen Skorbut entwickelt wurden.

EMPIRISCHE THERAPIE GEGEN SKORBUT
Zahlreiche zufällige Beobachtungen mündeten in Rezepte gegen die gefürchtete Skorbut-Erkrankung: So verdankt das Skorbutkraut, auch Scharbockskraut genannt, seinen therapeutischen Erfolg der Tatsache, dass 1730 ein skorbutkranker Segler von seinen Kameraden zum Sterben an Land ausgesetzt wurde, dieser sich kriechend von Pflanzen ernährte und gesund wurde und längere Zeit später von seinen Kameraden zu deren Erstaunen wieder auf das Schiff aufgenommen werden konnte. Der Grund für den Erfolg lag darin, dass es sich bei diesem unscheinbaren Hahnenfußgewächs um eine sehr gute Vitamin-C-Quelle gehandelt hat. 

Nach und nach wurden mehr Vitamine entdeckt. Es gab dafür diverse Nobelpreise, was die Bedeutung dieser Entdeckungen unterstreicht. Wir müssen uns in die Lage der Menschen versetzen, die plötzlich erlebten, dass häufige schwere und oft zum Tode führende Erkrankungen geheilt werden konnten. So wie die hohe Kindersterblichkeit durch Rachitis, oft in Kombination mit Tuberkulose, oder der gefürchtete Vitamin-B12-Mangel, der zu einer Anämie und zur Erkrankung des Rückenmarks führte, um nur 2 Beispiele von vielen zu nennen. Die Beobachtung, dass ein durch eine spezielle Diät verursachter Vitamin-B12-Mangel bei Hunden durch den Zusatz von Leber im Futter verhindert bzw. geheilt werden konnte, brachte 3 amerikanischen Wissenschaftlern 1934 den Nobelpreis für Medizin. Die Wissenschaftler wurden ausgezeichnet, da sie eine spezielle Leber-Diät zur erfolgreichen Behandlung dieser schweren Erkrankung entwickelt hatten. Dass der entscheidende Wirkstoff Vitamin B12 war, wurde erst 14 Jahre später beschrieben.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Vitamine und Gesundheit

Aus der Zeitschrift: e&m - Enährung und Medizin 2/2018

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