Meta-Analysen zur Homöopathie

Meta-Analysen zur Homöopathie sind negativ, weil 90 Prozent der Daten ausgeschlossen werden

Wissenschaftliche Neugier trieb den schwedischen Forscher und Professor für Anästhesie und Intensivmedizin Robert G. Hahn an, sich mit der Kontroverse um die Homöopathie zu beschäftigen. Sein Fazit: die Anzahl der randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) zur Homöopathie ist groß, sogar höher als zu vielen Therapien in der konventionellen Medizin; der größte Teil der Studien zeigt signifikant positive Effekte; die Qualität der Studien ist gut. Jahrelang wurden Studien gefordert, nun liegen sie vor. Die Gegner der Homöopathie versuchen deshalb, die Homöopathie aus der Forschung zu verdrängen, da man Unsinn nicht erforschen müsse. Damit werden positive Ergebnisse zu Kollateralschäden der modernen Forschung gemacht und RCTs in Frage gestellt, da sie fehleranfällig seien. So wird aus dem Gold- ein Blechstandard. Damit wird aber nicht nur die Evidenz-Basierte-Medizin in Frage gestellt, auch die Freiheit der Forschung ist im Visier der Skeptiker, eines der wichtigsten Grundrechte des Grundgesetzes. 

Text: Homöopatienachrichten des DZVhÄ
Dezember 2013 / Januar 2014

Robert Hahn:
Meta-Analysen zur Homöopathie sind negativ,weil 90 Prozent der Daten ausgeschlossen werden

Meta-Analysen zur Homöopathie kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen, je nachdem,wie die eingeschlossenen Studien selektiert werden. Eine neue Übersichtsarbeit in der Zeitschrift „Forschende Komplementärmedizin“ von Prof. Robert G. Hahn unter dem Titel „Homeopathy:Meta-analysis of pooled clinical data“ (Band 20 (5), 2013; 376-381) verhilft hier zu mehr Klarheit. Der Autor ist ausgewiesener Forscher und Professor für Anästhesie und Intensivmedizin an derUniversität von Linköping und Verfasser einiger hunderter wissenschaftlicher Arbeiten im Bereich der Anästhesie und Intensivmedizin, außerdem ausgezeichnet durch mehrere Forschungspreise. Und – er hatte bislang rein gar nichts mit Homöopathie zu tun. Offensichtlich motiviert durch eine Auseinandersetzung um die wissenschaftliche Beurteilung um Homöopathie im Internet, hat Hahn die bisherigen Meta-Analysen zur Homöopathie kritisch geprüft und kommt dabei zu interessanten Ergebnissen: Zur Schlussfolgerung, dass Homöopathie klinisch nicht wirksam sei, kann man nur kommen, wenn man 90 Prozent aller klinischen Studien zur Homöopathie ignoriert und nicht auswertet! Insoweit sei, so Hahn, die Meta-Analysevon Linde et al. (Lancet 1997; 350: 834-843) noch immer die beste aller Meta-Analysen zurHomöopathie. Sie zeigt insgesamt eine Odds Ratio von 2,45 zu Gunsten der Homöopathie. Spätere Meta-Analysen kommen deshalb zu negativen Schlussfolgerungen, weil sie in sehr großem Umfang Studien-Daten ausschließen. Dabei werden die Gründe für den Ausschluss großer Mengen an Daten meist nicht ausreichend begründet.

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