• Homöopathie und Psychotherapie bei der Behandlung von Angsterkrankungen und Depressionen

Homöopathie und Psychotherapie bei der Behandlung von Angsterkrankungen und Depressionen

Angsterkrankungen und Depressionen können sehr gut mit einer Kombination von Homöopathie und Psychotherapie behandelt werden, wenn Indikationen, Kontraindikationen und ein sorgfältig ausgewähltes Setting beachtet werden.

Indikationen und Kontraindikationen

Indiziert ist die gleichzeitige Behandlung mit beiden Methoden bei depressiven Erkrankungen wie Dysthymie, Anpassungsstörungen oder depressiven Episoden und phobischen oder diffusen Angststörungen. Auch posttraumatisch bedingte Angst oder depressive Symptome sprechen gut auf diese Behandlungskombination an.

Eine Kontraindikation besteht bei den meisten psychotisch bedingten Ängsten oder Depressionen, ebenso bei Suchterkrankungen oder akuter Suizidalität.

Setting

Bei passender Indikation ist dann das geeignete Setting zu wählen. Zuerst ist es wichtig zu klären, ob die homöopathisch-psychotherapeutische Behandlung von einem oder zwei Therapeuten durchgeführt werden soll. Dafür muss das strukturelle Niveau des Patienten diagnostiziert werden.

Depressive und Angstsymptome können sich nämlich vor dem Hintergrund eines reifen oder unreifen psychischen Strukturniveaus entwickeln. Aber nur Patienten, die eine reifere innere Entwicklungsstufe erreicht haben, können die zwei Rollen, die ein und derselbe Behandler als Homöopath UND Psychotherapeut einnimmt, unterscheiden. Patienten mit einer unreifen Borderline-Struktur bspw. werden mögliche Erstverschlimmerungen, die sich bei einer homöopathischen Behandlung ergeben können, dem Behandler zuschreiben und ihm die Schuld daran geben, dass es ihnen schlechter geht. Sie werden dann im schlimmsten Fall die Behandlung abbrechen. Diese Patienten können die Rollen nicht unterscheiden und müssen von zwei unterschiedlichen Therapeuten behandelt werden.

Bei neurotischen Patienten mit einem reiferen Strukturniveau kann der homöopathische Behandler gleichzeitig auch der psychotherapeutische sein, denn sie sind in der Lage, Rolle und Person zu unterscheiden.

Behandlungssituationen

Eine kombinierte homöopathisch-psychotherapeutische Behandlung kann auf verschiedenen Wegen zustande kommen.

Die eine Möglichkeit ist, dass der Patient sich ganz bewusst einen Therapeuten auswählt, der beide Methoden anwenden kann. Die integrierten Versorgungsverträge, die der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) mit verschiedenen Krankenkassen (KK) abgeschlossen hat, ermöglichen Patienten diese Wahl, denn die beteiligten KK erstatten sowohl die psychotherapeutische als auch die homöopathische Behandlung. Der Therapeut muss allerdings ein Kassenarzt sein, der auf einer Liste der Krankenkassen geführt wird. Bei privaten KK ist es je nach Vertrag des Patienten ebenfalls möglich, beide Verfahren kombiniert anzuwenden.

Dazu ein Fallbeispiel

Die junge Frau sucht mich auf, nachdem sie gezielt im Internet recherchiert hatte. Sie war extra zu einer Krankenkasse gewechselt, die sowohl die homöopathische wie die psychotherapeutische Behandlung übernimmt. Nach qualvollen Jahren voller Angst, Depressionen und Schmerzen und vergeblicher allopathischer Therapie wollte sie jetzt eine Kombinationstherapie mit den beiden Behandlungsmethoden versuchen.

Symptomatik

Seit einem schweren Autounfall vor 5 Jahren leidet sie an Panikattacken: Sie bekommt Luftnot, Herzrasen, Schweißausbrüche und große Angst, vor allen Dingen in engen Räumen und beim Alleinsein. Zusätzlich dazu traten vor 3 Jahren plötzlich linksseitige Schmerzen an Beinen und Armen auf, die nach rechts wandern. Sie kann sich dann nur noch eingeschränkt bewegen und verbringt Tage verzweifelt im Bett! Morgens beim Erwachen ist es immer am schlimmsten, sowohl die Schmerzen als auch die Angst, aber auch wenn sie lange schläft wird alles schlimmer. Sie ist sehr deprimiert, fühlt sich hoffnungslos, hat keinen Antrieb mehr und kann sich nicht konzentrieren.

Natürlich war alles medizinisch abgeklärt, ohne jeglichen organpathologischen Befund. Die psychiatrischen Kollegen verschrieben ihr nur immer neue Kombinationen von Psychopharmaka, ohne dass sich etwas gebessert hatte.

Die Symptomatik entwickelte sich nach einem Autounfall, der passierte, als sie auf dem Weg zu ihrer Mutter war. Die Mutter ist schwer depressiv und die Tochter fährt jedes Wochenende über 1000 Kilometer, um sich um die Mutter zu kümmern.

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Aus der zkm - Zeitschrift für Komplementärmedizin 6/2014

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