Venöse Ulzera – Kompression: Strümpfe statt Verbände?

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Die chronisch venöse Insuffizienz ist die häufigste Ursache für Ulzera an Unterschenkel und Knöchel. Etwa 2 % der Erwachsenen sind betroffen. Therapiestandard sind Kompressionsverbände, die durch eine Pflegekraft angelegt werden müssen. Neuartige zweilagige Kompressionsstrümpfe könnten eine Alternative sein. Lancet 2014; 383: 871–879

Venöse Beinulzera entstehen als Folge venöser Insuffizienz. Sie treten in der Regel als wiederkehrende Kreisläufe bestehend aus Ulzeration, Heilung und Wiederauftreten auf. Mobilität und Lebensqualität der Betroffenen sind stark beeinträchtigt. Zwar ist die Kompression eine effektive Behandlungsmethode, der Goldstandard mit 4-lagigen Kompressionsverbänden bringt jedoch auch Nachteile mit sich (verminderte Kompression bei schlecht angelegten Verbänden, leichtes Verrutschen etc.).

In einer Studie mit 2 Parallelgruppen haben R. L. Ashby et al. 457 Patienten im Alter von ≥ 18 Jahren untersucht. Die Patienten hatten mind. einen Ulkus an den Unterschenkeln und einen Knöchel-Arm-Index von ≥ 0,8. Außerdem mussten sie eine Kompression tolerieren können. Sie wurden nach 1 : 1-Randomisierung mit 2-lagigen Kompressionsstrümpfen oder mit dem herkömmlichen 4-lagigen Kompressionsverband therapiert. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zur Abheilung der Ulzera mit einer max. Nachbeobachtungszeit von 12 Monaten.

In der Analyse wurden Größe der Ulzera, körperliche Mobilität und das behandelnde Zentrum adjustiert. Es konnten die Daten von 453 Probanden ausgewertet werden. 230 hatten Strümpfe und 223 Verbände getragen. In der Strumpf-Gruppe betrug die mittlere Dauer bis zur Abheilung der Ulzera 99 Tage (95%-Konfidenzintervall [KI] 84–126). In der Verband-Gruppe waren es 98 Tage (95%-KI 85–112). Der Anteil der abgeheilten Ulzera lag bei 70,9 % in der Strumpf- und 70,4 % in der Verband-Gruppe. Allerdings änderten in der Strumpf-Gruppe mehr Patienten die Behandlungsart: 38,3 vs. 27,0 % (p = 0,02).

Fazit
In der Therapie chronisch venöser Ulzera sind Kompressionsstrümpfe den herkömmlichen Kompressionsverbänden hinsichtlich Rate und Dauer der Abheilungen gleichwertig. Allerdings tolerieren die Patienten die Strümpfe schlechter.

Quelle: Aktuelle Dermatologie 6/2014; Christoph Feldmann

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