Frühe Gabe von Adrenalin bei Herzstillstand effektiv

  • Herzstillstand Adrenalingabe Innere Medizin Thieme Verlag

     

Herzstillstände mit elektromechanischer Entkopplung oder Asystolie lassen sich nicht durch Defibrillation terminieren. Die gängigen Leitlinien der kardiologischen Fachgesellschaften empfehlen in dieser Situation, intravenös Adrenalin zu verabreichen. Donnino et al. haben untersucht, unter welchen Umständen diese Medikation die Überlebenschancen der Patienten verbessert. BMJ 2014; 348: g3028

Donnino et al. analysierten die Daten von 25 095 Patienten, die im Krankenhaus einen Herzstillstand erlitten hatten, der nicht mit einer Defibrillation behandelbar war. Die Daten waren im Rahmen des US-nationalen Wiederbelebungsregisters zwischen 2000 und 2009 prospektiv erhoben worden. 45% der Patienten hatten eine pulslose Aktivität als initialen Rhythmus, 55% eine Asystolie. Das mittlere Alter lag bei 72 Jahren und etwas mehr als die Hälfte waren Männer (57%). Primärer Endpunkt der Studie war die Entlassung aus dem Krankenhaus. Sekundäre Endpunkte umfassten die Restitution eines eigenen Kreislaufs, das 24 h-Überleben sowie einen günstigen neurologischen Status bei Entlassung.

Die durchschnittliche Zeitspanne zwischen dem Herzstillstand und der Gabe von intravenösem Adrenalin betrug 3 Minuten. Je später die Patienten das Adrenalin bekamen, desto weniger von ihnen überlebten: Verglichen mit den Patienten, die innerhalb der ersten 3 Minuten medikamentös behandelt wurden, überlebten von denjenigen, bei denen diese Zeitspanne 3–6 Minuten betrug, nur 91% (95%-Konfidenzintervall [KI] 0,82–1,0; p=0,055). Waren es 7–9 Minuten, sank die Überlebensrate auf 74% (95%-KI 0,63–0,88; p < 0,001) und bei mehr als 9 Minuten auf 63% (95%-KI 0,52–0,76; p < 0,001). Alle anderen Endpunkte wurden ebenso durch die Dauer bis zum Therapiebeginn mit Adrenalin beeinflusst.

Fazit
Bei nicht defibrillierbarem Herzstillstand im Krankenhaus ist intravenöses Adrenalin ein sehr effektives Medikament. Je früher es gegeben wird, desto eher kommt es zu einer Stabilisierung des Kreislaufs und damit zu einer besseren Überlebenswahrscheinlichkeit, schreiben die Autoren.

Sponsoring: Die Studie wurde durch eine öffentliche Einrichtung finanziell unterstützt.

Quelle: DMW 37/14; Dr. med. Christoph Feldmann, Köln

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