• Magen © ag visuell - Fotolia.com

    Wenn der Tumor nicht Wandschichten jenseits der Lamina mucosae infiltriert, ist eine endoskopische Resektion von Magenfrühkarzinomen in einer Vielzahl der Fälle sicher und führt auch langfristig zu guten Ergebnissen.

     

Aktuelle Standards in der Therapie des Magenkarzinoms

Zusammenfassung

Während Magenfrühkarzinome endoskopisch reseziert werden können, stellt die Gastrektomie mit D2 Lymphadenektomie den Standard für die lokal weiter fortgeschrittenen Stadien dar. Eine perioperative Chemotherapie verbessert das Überleben beim lokal fortgeschrittenen Magenkarzinom. Eine neoadjuvante Radiochemotherapie ist für die Adenokarzinome des ösophago-gastralen Übergangs eine gut etablierte Alternative zur perioperativen Chemotherapie. Im metastasierten Stadium verbessert eine Chemotherapie das Überleben, die Lebensqualität und Symptomkontrolle. Bei HER2 positiven Tumoren sollte Trastuzumab in die Erstlinien-Systemtherapie integriert werden. Eine Zweit- und Drittlinientherapie ist mittlerweile ebenfalls gut etabliert. Der anti-VEGFR2 Antikörper Ramucirumab ist in der Zweitlinientherapie alleine und in Kombination mit Paclitaxel wirksam und stellt eine neue Behandlungsoption dar.

 

Was ist neu?

  • Therapie der frühen Stadien: Frühkarzinome (pT1a) können endoskopisch reseziert werden. Standard ab dem Stadium pT1b ist eine Gastrektomie mit D2-Lymphadenektomie.
  • Lokal fortgeschrittene Stadien: Aktuell wird eine Taxan-haltige Dreifachkombination zur neoadjuvanten Therapie untersucht. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Eine neoadjuvante Trastuzumab-Chemotherapie-Kombination führte in klinischen Studien zu einer hohen Rate an Komplettremissionen. Die Therapie sollte jedoch nur in klinischen Studien durchgeführt werden.
  • Palliative Systemtherapie und zielgerichtete Therapieansätze: Bei fortgeschrittenem Magenkarzinom verlängert eine Chemotherapie das Überleben im Vergleich zu einer rein supportiven Therapie. Bei Her2-positiven Tumoren verbessert die Hinzunahme des anti-Her-2-Antikörpers Trastuzumab zu einer Chemotherapie das Überleben weiter.
  • Zweitlinientherapie und antiangiogene Therapieansätze: Eine Zweit- und Drittliniechemotherapie verbessert bei ausgewählten Patienten die Lebensqualität und Symptomkontrolle. Der antiangiogene Antiköper Ramucirumab ist in der zweiten Therapielinie wirksam.

 

Stand der Dinge

In den entwickelten Ländern (Europa, USA) werden Magenkarzinome des mittleren und unteren Drittels seltener, während proximale Magenkarzinome eine zunehmende Inzidenz aufweisen.

Die Adenokarzinome des gastroösophagealen Übergangs, die ebenfalls eine steigende Inzidenz aufweisen, werden nach der 7. Ausgabe der TNM-Klassifikation von 2010 zu den Ösophaguskarzinomen gezählt. Die Behandlung stellt hohe Anforderungen an die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

 

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel Aktuelle Standards in der Therapie des Magenkarzinoms

Aus der Zeitschrift DMW 16/15

 

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