• Herzrythmusstörung

     

Akut lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen sind ein häufiges Phänomen und können in der Akutsituation eine Herausforderung für die behandelnden Ärzte darstellen. Der Beitrag stellt die verschiedenen bradykarden und tachykarden Herzrhythmusstörungen und deren Therapie vor und gibt praktische Hinweise zur Diagnostik.

Herzrhythmusstörungen sind ein häufiges Phänomen und können behandelnde Ärzte vor große Herausforderungen stellen, wobei allerdings der Großteil der Herzrhythmusstörungen auch in der Intensivmedizin nicht akut gefährlich ist. Die Einteilung kann unterschiedlich erfolgen. Üblich ist die Unterscheidung von ventrikulären und supraventrikulären Rhythmusstörungen. Daneben kann zwischen bradykarden und tachykarden Herzrhythmusstörungen differenziert werden.

Therapeutisch stehen unterschiedliche Verfahren zur Auswahl. So gibt es unterschiedliche Antiarrhythmika aus verschiedenen Wirkstoffgruppen. Für die Akuttherapie tachykarder Herzrhythmusstörungen (HRS) eignet sich darüber hinaus die Kardioversion oder ggf. Defibrillation. Daneben bietet die Ablationstherapie für die meisten tachykarden Rhythmusstörungen einen kurativen Ansatz. Bei bradykarden Herzrhythmusstörungen steht langfristig zumeist die Versorgung mit einem Herzschrittmacher im Vordergrund.

Die „4A“ der medikamentösen antiarrhythmischen Therapie

Im Folgenden werden zunächst die wesentlichen vier Medikamente (die „4A“ der medikamentösen antiarrhythmischen Therapie) in der Akuttherapie lebensgefährlicher Rhythmusstörungen dargestellt:

  • Adrenalin
  • Atropin
  • Amiodaron
  • Ajmalin
  • Adrenalin

Adrenalin ist ein im Nebennierenmark gebildetes Stresshormon, das in der Notfallmedizin unverzichtbar ist. Hauptwirkung in der Akutsituation ist die Erhöhung des kardialen und zerebralen Blutflusses vermittelt durch eine adrenerge periphere Vasokonstriktion, was insbesondere unter Reanimationsbedingungen hilfreich ist. Besonders günstig ist hierbei, dass durch eine vornehmliche Aktivierung von α1-Adrenozeptoren eine Vasokonstriktion kleinerer Blutgefäße, insbesondere in der Haut, erreicht wird, während in zentralen Blutgefäßen eine Vasodilatation stattfindet, was eine in dieser Situation günstige Umverteilung des zirkulierenden Blutvolumens bedingt.

In der aktuellen Leitlinie zur kardiopulmonalen Reanimation hat Adrenalin einen festen Platz. Die Empfehlung einer intravenösen Adrenalin-Gabe (1 mg fraktioniert alle 2 – 3 Minuten bis zur Etablierung eines Spontankreislaufes) im Rahmen einer kardiopulmonalen Reanimation hat unverändert einen hohen Stellenwert. Bei primärer Asystolie und pulsloser Aktivität sollte so früh wie möglich nach Rhythmusdiagnose die Gabe von Adrenalin erfolgen. Bei prinzipiell defibrillierbaren Rhythmen sollte Adrenalin nach frustraner dreimaliger Defibrillation ebenfalls additiv eingesetzt werden.

 

MERKE

Als Vasopressor bleibt Adrenalin in der Akutsituation (1 mg alle 3 – 5 min) deshalb unverändert das Medikament der Wahl, während in der dauerhaften Katecholamintherapie im stationären intensivmedizinischen Setting Noradrenalin einen deutlich größeren Stellenwert hat.

Zur Behandlung therapiebedürftiger Bradykardien hat sich die fraktionierte Gabe von Boli à 10 µg bewährt. Hierfür wird 1 mg Adrenalin in 100 ml NaCl verdünnt und milliliterweise appliziert.

 

Sehen Sie den vollständigen Beitrag hier Akut lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen

Aus der Zeitschrift Kardiologie up2date 02/2020

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