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Akute und chronische Durchfallerkrankungen

Durchfälle gehören zu den häufigsten in der Hausarztpraxis berichteten Symptomen. Während akute Durchfallerkrankungen in der Regel eine infektiöse Genese haben und spontan ausheilen, kommt es bei der Abklärung chronischer Diarrhöen oft zu Unsicherheiten.

Dieser Beitrag soll die Bandbreite möglicher Differenzialdiagnosen sowie die hiermit verbundenen diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen akuter und chronischer Durchfallerkrankungen bei Erwachsenen beleuchten.

 

DEFINITION

Diarrhö wird über eine vermehrte Stuhlfrequenz > 3-mal/Tag und verminderte Stuhlkonsistenz (breiig bis flüssig) definiert. Hiervon abzugrenzen sind vermeintliche Durchfallerkrankungen, in denen die Stuhlfrequenz als Folge einer Inkontinenz erhöht ist. Ein weiteres Kriterium ist ein erhöhtes Stuhlgewicht > 200 g, dessen Bestimmung im klinischen Alltag aber eine untergeordnete Rolle spielt.

Bei einer Dauer der Beschwerden bis zu 4 Wochen spricht man von akuten, danach von chronischen Diarrhöen.
 

Pathophysiologie von Durchfallerkrankungen

Die Pathophysiologie von Durchfällen ist vielfältig. Mit der Nahrung werden pro Tag etwa 2 l Flüssigkeit aufgenommen, weitere 7–9 l werden über Speicheldrüsen, den Magen, die Galle, das Pankreas und die Darmschleimhaut sezerniert. Die wesentliche Flüssigkeitsresorption erfolgt im Dünndarm, sodass nur etwa 2 l/Tag in den Dickdarm übertreten und dort auf ein Stuhlvolumen von etwa 100 ml konzentriert werden. Diesen Flüssigkeitsbewegungen liegt wesentlich ein aktiver Transport von Elektrolyten zugrunde, denen Wasser passiv nachfolgt.

Bei Störungen dieses Gleichgewichts kann es zu Durchfällen kommen. Beispielsweise stimuliert bei der Cholera das Choleratoxin dauerhaft GTPasen und eine nachfolgende cAMP-vermittelte Chlorid-Sekretion, die zu massiven Flüssigkeitsverlusten über den Darm führen kann. Im Rahmen entzündlicher Prozesse kommt es neben einer aktiven Flüssigkeitssekretion zudem durch Störung der Darmbarriere zu einer verminderten Resorption von Elektrolyten und Flüssigkeit. Weitere Einflussfaktoren sind neuroendokrine Botenstoffe, die Peristaltik und die bakterielle Zusammensetzung der Darmflora.

Eine osmotische Diarrhö hingegen entsteht durch unzureichend resorbierte Nahrungsbestandteile bzw. deren bakterielle Stoffwechselprodukte, die osmotisch Flüssigkeit im Darmlumen binden und daher Durchfälle begünstigen.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Akute und chronische Durchfallerkrankungen: Differenzialdiagnose und Therapie
aus der Zeitschrift Deutsche Medizinische Wochenschrift 18/2020

 

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