Aspirin senkt langfristig die Krebsinzidenz

  • Aspirin senk Krebsinzidenz Kolonkarzinom

    Regelmäßige Aspirineinnahme senkt Krebsinzidenz

     

Observationsstudien konnten zeigen, dass Personen, die regelmäßig Aspirin einnehmen, ein geringeres Risiko aufweisen, ein kolorektales Karzinom zu entwickeln. Nun hat erstmals eine randomisiert-kontrollierte Studie den Langzeiteffekt von Aspirin auf die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms untersucht. (The Lancet 2011; DOI: 10.1016/S0140-6736(11)61049–0)

Innerhalb der randomisierten, kontrollierten CAPP2-Studie (CAPP: Colorectal Adenoma/Carcinoma Prevention Programme) erhielten Patienten mit Lynch-Syndrom über einen Zeitraum von bis zu 4 Jahren täglich entweder 600 mg Aspirin (n = 427) oder Placebo (n = 434). Die Rekrutierung der Studienteilnehmer fand zwischen 1999 und 2005 statt. Primärer Zielparameter war die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms, als sekundäre Zielparameter wählten die Autoren das Auftreten von kolorektalen Adenomen und/oder anderer mit dem Lynch-Syndrom assoziierter Karzinome.

Zeitlich verzögerte Aspirinwirkung
Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich im Mittel über 55,7 Monate (Spanne: 1–128 Monate). 18 von 427 Teilnehmern der Aspirin-Gruppe (4,2 %) und 30 von 434 Teilnehmern der Placebo-Gruppe (6,9 %) entwickelten primäre kolorektale Karzinome. Für den gesamten Zeitraum nach der Randomisierung betrug die Hazard Ratio (HR) für kolorektale Karzinome innerhalb einer „Intention-to-Treat“-Ana¬lyse 0,63 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,35–1,13; p = 0,12), was auf eine protektive Wirkung von Aspirin hindeutete. Eine „Poisson-Regression“, die 5 Studienteilnehmer mit multiplen kolorektalen Karzinomen berücksichtigte, erbrachte eine „Incidence Rate Ratio“ (IRR) von 0,56 (95 %-KI 0,32–0,99; p = 0,05). Im Fall von Probanden, die mindestens 2 Jahre an der Intervention teilnahmen (258 Personen mit Aspirin, 250 mit Placebo), hatte eine „Per-Protocol“-Analyse eine HR von 0,41 (95 %-KI 0,19–0,86; p = 0,02) sowie eine IRR von 0,37 (95 %-KI 0,18–0,78; p = 0,008) zum Ergebnis. Während der Intervention stellten die Autoren zwischen der Aspirin-und Placebo-Gruppe in Bezug auf unerwünschte Ereignisse keine Unterschiede fest.

 

Fazit
Die tägliche Einnahme von 600 mg Aspirin über durchschnittlich 25 Monate reduzierte bei Patienten mit Lynch-Syndrom nach 55,7 Monaten deutlich die Krebsinzidenz. Obwohl die optimale Dosierung und Dauer der Aspiringabe noch ermittelt werden müssen, sollten Ärzte nach Meinung der Autoren die Verschreibung von Aspirin bei allen Hochrisikopatienten in Erwägung ziehen.

Dr. Frank Lichert, Weilburg; Zeitschrift für Gastroenterologie

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