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    Die Asthmasterblichkeit hat in Deutschland in den letzten 10 Jahren abgenommen.

     

Asthma in Deutschland: Versorgungslage aus Patientensicht

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung | Die Asthmasterblichkeit hat in Deutschland in den letzten 10 Jahren abgenommen. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass Asthmapatienten unterversorgt sind. Unsere Befragung sollte hierzu Daten aus der Sicht von Patienten liefern, die in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entweder am Disease-Management-Programm Asthma teilnahmen (DMP-T) oder nicht (NT). Die primäre Fragestellung war: Besteht ein Unterschied im Grad der Asthmakontrolle? Sekundäre Fragestellungen betrafen Prozessparameter.

Methoden | 2010 befragten wir postalisch 8000 zufällig ausgewählte, asthmakranke GKV-Versicherte (je 4000 DMP-T und NT). Die deskriptive Auswertung der kategorialen Items erfolgte mittels Kreuztabellen. Die primäre Fragestellung untersuchten wir mit Hilfe der absoluten Risikoreduktion (ARR) und entsprechenden Konfidenzintervallen (KI) zum multiplen Niveau von 5 %. Sekundäre Fragestellungen wurden entsprechend zum lokalen Niveau von 5 % geprüft.

Ergebnisse | Die Rücklaufquote betrug 32,1 %. 49,2 % aller Studienteilnehmer hatten ein unkontrolliertes Asthma. Dabei gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen DMP-T und NT (ARR -2,7 %, 97,5 %-KI -7,9 bis 2,4 %). Alters- und Geschlechtsadjustierungen veränderten die Ergebnisse nicht. Für die sekundären Fragestellungen ergaben sich signifikante Unterschiede (DMP-T vs. NT):

  • Teilnahme Asthmaschulung: 50,6 vs. 32,3 %
  • Verwendung Peak-Flow-Meter: 49,3 vs. 25,3 %
  • Notfallplan in greifbarer Nähe: 21,7 vs. 11,0 %

Folgerung | Die Hälfte aller Studienteilnehmer lebt nach Selbstauskunft mit einem unkontrollierten Asthma. Die Prozessparameter zeigen bei den DMP-T bessere Ergebnisse. Daraus kann man folgern, dass das DMP seinen gewünschten Effekt auf die Versorgung hat, dieser jedoch nicht zu einem besseren Behandlungserfolg geführt hat. Erklärungen können nur vermutet werden:

  • zu geringe Auswirkungen der Prozessparameter auf das Ergebnis
  • Patientenverhalten, das einen möglichen Effekt minimiert
  • Selektionseffekte in dem Sinne, dass kränkere, aber motiviertere Patienten eher in das DMP eingeschlossen wurden

Diese Aspekte sollten in weiteren, prospektiv angelegten Studien untersucht werden.

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel: Asthma in Deutschland: Versorgungslage aus Patientensicht

 

Aus der Zeitschrift DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift

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