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CO2-Einsatz bei jedem Patienten?

Die Koloskopie ist der Goldstandard in der Vorsorge von Kolonkarzinomen und wird für Patienten ab dem 55. Lebensjahr von den Kassen übernommen. Eine Koloskopie mit CO2 könnte mehr Patienten für eine Vorsorgekoloskopie gewinnen, da zahlreiche Studien klare Vorteile gegenüber Raumluft bezüglich intra- und postinterventioneller Beschwerden zeigen.

CO2 wird etwa 150-mal schneller über die Darmwand rückresorbiert als Raumluft. Zahlreiche Studien konnten den klinischen Wert für CO2 bei der gastrointestinalen Endoskopie zeigen. In einer 2016 publizierten Metaanalyse von Memon, die 24 prospektiv randomisierten Studien zu CO2 versus Raumluft bei der Koloskopie an fast 4000 Patienten untersucht, zeigten sich statistisch signifikant weniger Schmerzen während, direkt nach und bis zu 24 h nach der Koloskopie. Ileum-Intubationsrate und Rückzugszeit waren dabei nicht signifikant beeinflusst Für die Kolonpolypektomie fanden sich deutlich geringer Schmerzen und eine geringere vegetative Begleitsymptomatik unter CO2. 

Zusätzlich verringert CO2 die seltene aber u. U. schwerwiegende Gefahr der Darmgas-Explosion bei Anwendung von Diathermiestrom. Spülung und Absaugung von lauwarmem Wasser sind insbesondere bei chronisch obstipierten Patienten eine genauso effektive Alternative, Beschwerden während der Koloskopie zu verringern und gleichzeitig eine optimale Übersicht zu erreichen. CO2 lässt sich jedoch bei suffizienter Darmvorbereitung deutlich schneller insufflieren und absaugen. Zu Patienten mit COPD liegen lediglich Daten aus eine Studie zur ESD plus CO2 in Narkose vor, ohne Beeinträchtigung der Sauerstoffsättigung. Die Datenlage ist daher noch nicht abschließend geklärt.

Bei Endoskopien mit erhöhtem Perforationsrisiko wird grundsätzlich die Verwendung von CO2 empfohlen. Die aktuelle S2k-Leitlinie „Qualitätsanforderungen in der gastrointestinalen Endoskopie“ trägt dem Rechnung und empfiehlt die routinemäßige Ausstattung neuer Endoskopie-Einheiten mit CO2-Anschlüssen und -Insufflatoren.

Gleichwohl setzt sich der Einsatz von CO2 in der gastrointestinalen Endoskopie weltweit, wie auch in Deutschland, nur schleppend großflächig durch. Kosten spielen hier vermutlich die wesentliche Rolle. So liegt die Anschaffung für CO2-Insufflatoren bei etwa 3500 – 6000 € pro Einheit. Hinzu kommen ein Druckschlauch für den Wandanschluss oder eine CO2-Gasflasche. Bei fest installiertem Turm liegt der Preis für letztere nach Industrieangaben bei knapp 600 € für eine große 37,5 kg-CO2-Flasche für medizinische Anwendungen (Fa Linde Health Care, Oberschleißheim) oder bei etwa 350 € für einen Wand-Druckschlauch (Fa. Fuji Europe, Düsseldorf). Während bisher CO2-Insufflatoren als gesonderte Komponenten an herkömmliche Prozessor-Lichtquellen-Einheiten angegliedert wurden, bietet aktuell die Fa. Karl Storz, Tuttlingen, eine Lichtquellen-Insufflationseinheit für wahlweise Raumluft und CO2.

 

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Aus der Zeitschrift Endo-Praxis 01/2017

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