Typ-2-Diabetes kein Grund zur Depression

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    Typ-2 Diabetes bei Jugendlichen - kein Grund zur Depression

     

Heranwachsende mit einem Typ-1-Diabetes weisen eine höhere Prävalenz depressiver Symptome und eine schlechtere Lebensqualität auf als nicht an Diabetes erkrankte Gleichaltrige. Gilt das auch für Jugendliche mit Typ-2-Diabetes?

Barbara J. Andersson et al. analysierten die Basisdaten der Studie „Treatment Options for Type 2 Diabetes in Adolescents and Youth“ (TODAY), an der 704 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren teilnahmen, davon 513 im Alter zwischen 10 und 15 Jahren und 174 16- und 17-Jährige. Ein Großteil der Jugendlichen (mehr als 80%) gehörte zu einer US-amerikanischen Minderheit, meist aus einkommensschwachen Schichten. 65% der Teilnehmer waren Mädchen. 87% der Jugendlichen lagen über der 95% Perzentile des BMI ihres Geschlechts in ihrer Altersgruppe und waren damit deutlich übergewichtig.

Depressive Symptome wurden bei den unter 16-Jährigen mit dem Child Depression Inventory (CDI), bei den 16- und 17-Jährigen mit dem Beck Depressionsinventar (BDI) untersucht. Zur Bestimmung der Lebensqualität diente das Pediatric Quality of Life-Instrument (PedsQL) mit 23 Items, die auf einer 5-stufigne LIkert-Skala eingeschätzt werden mussten.

In beiden Altersgruppen (10-15 und 16-17 Jahre) lag die Prävalenz für klinisch signifikante depressive Symptome nach CDI bzw. BDI bei 14,8%. War das Vorkommen solcher depressiver Symptome allerdings in der jüngeren Altersgruppe noch praktisch gleichmäßig unter Mädchen und Jungen verteilt (15,1 vs. 14,2%), litten bei den älteren Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes vor allem die Mädchen an solchen Symptomen (22,8 vs. 4,1%; p < 0,001). Diese Prävalenzraten entsprechend aber in etwa denen bei nicht an Diabetes erkrankten Jugendlichen – auch in der Alters- und Geschlechtsverteilung. Zum Vergleich: Bei Typ-1-Diabetikern muss im Jugendalter mit einer Prävalenz von relevanten depressiven und Angstsymptomen von bis zu 33% gerechnet werden. Depressive Symptome bei den unter 16-Jährigen wie auch die Lebensqualität nach dem PedsQL zeigten in dieser Studie keine signifikanten Geschlechtsunterschiede oder Unterschiede hinsichtlich der Ethnienzugehörigkeit. Sowohl CDI als auch BDI korrelierten negativ mit dem PedsQL-Wert, der im Median bei 80,02 lag.

 

Fazit
Die Prävalenzraten klinisch signifikanter depressiver Symptome bei Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes entsprechen denen von nicht erkrankten Jugendlichen und sind nicht so erhöht wie bei jugendlichen Typ-1-Diabetikern. Die Zunahme depressiver Symptome bei älteren Mädchen verweist aber ganz allgemein auf die Notwendigkeit, bei über 16-Jährigen weiblichen Heranwachsenden hinsichtlich depressiver Symptome wachsam zu sein.

Friederike Klein, München; Diabetologie & Stoffwechsel

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