•  

Diagnostische Herausforderungen bei Herzinsuffizienz

Ob in der ambulanten oder stationären Versorgung, die Herzinsuffizienz ist eine der am häufigsten kodierten Diagnosen in Deutschland. Ihre Prävalenz liegt weltweit bei ca. 1–2 %, mit einem altersabhängigen Anstieg auf über 10 % bei den über 70-Jährigen. Aufgrund der zum Teil unspezifischen Symptome wie Luftnot, Müdigkeit oder verminderter Belastbarkeit, kann vor allem die initiale Abklärung im ambulanten Bereich eine Herausforderung darstellen. Hier helfen die Empfehlungen der European Society of Cardiology (ESC) von 2016 zur stufenweisen Diagnostik bei Verdacht auf Herzinsuffizienz.

Definition

Die Herzinsuffizienz ist ein klinisches Syndrom, bei dem die Auswurfleistung des Herzens nicht ausreicht, um den aktuellen Bedarf des Lungen- und/oder Körperkreislaufs zu decken. Die Diagnose der Herzinsuffizienz beruht auf dem Vorliegen von

  • typischen Symptomen und/oder klinischen Zeichen, die durch
  • strukturelle und/oder funktionelle Veränderungen des Herzens und daraus resultierender
  • systolischer und/oder diastolischer Dysfunktion verursacht werden.

Die wichtigste Einteilung der Herzinsuffizienz bezieht sich auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF). Nach den Leitlinien der ESC von 2016 wird zwischen Herzinsuffizienz mit reduzierter (HFrEF), mäßig eingeschränkter (HFmrEF) und erhaltener (HFpEF) systolischer Pumpfunktion unterschieden.

 

MERKE

Den 3 Herzinsuffizienz-Entitäten lassen sich Unterschiede bei der Ätiologie, klinischen Präsentation, bei Komorbiditäten und dem therapeutischen Ansprechen zuordnen. Die Terminologie ist sowohl für die Klinik als auch für die Forschung von entscheidender Bedeutung.

Bei Vorliegen von Herzinsuffizienzzeichen/-symptomen und einer eingeschränkten LVEF (LVEF < 40 %) kann eine HFrEF diagnostiziert werden. Für die Diagnose einer HFmrEF (LVEF 40–49 %) und HFpEF (LVEF ≥ 50 %) werden zusätzlich erhöhte B-Typ-natriuretische Peptide und der echokardiografische Nachweis entweder einer relevanten strukturellen Herzerkrankung oder einer diastolischen Dysfunktion gefordert.

Neben der linksventrikulären myokardialen Dysfunktion können einer Herzinsuffizienz auch andere kardiovaskuläre Erkrankungen zugrunde liegen, wie z. B. Vitien, eine pulmonale Hypertonie oder eine primär rechtsventrikuläre Dysfunktion. Nach dem zeitlichen Verlauf unterscheidet man Patienten mit chronischer und akuter (de novo oder akut dekompensierter chronischer) Herzinsuffizienz. Für die Beschreibung des Schweregrades steht die Klassifikation der New York Heart Association (NYHA-Stadien) zur Verfügung.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Diagnostische Herausforderungen bei Herzinsuffizienz
aus der Zeitschrift DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 19/2020

THIEME NEWSLETTER

  • Jetzt anmelden und Paper sichern!

    Jetzt Whitepaper sichern!

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön das Paper "Ambulant erworbene Pneumonie bei Erwachsenen".

Quelle

Buchtipps

Sportherz und Herzsport
Susanne Berrisch-Rahmel, Christian Rost, Christian StumpfSportherz und Herzsport

Empfehlungen für die sportkardiologische Praxis

EUR [D] 69,99Inkl. gesetzl. MwSt.

Harrisons Innere Medizin
Norbert Suttorp, Martin Möckel, Britta Siegmund, Manfred DietelHarrisons Innere Medizin

EUR [D] 299,99Inkl. gesetzl. MwSt.

EKG-Kurs für Isabel
Hans-Joachim Trappe, Hans-Peter SchusterEKG-Kurs für Isabel

EUR [D] 39,99Inkl. gesetzl. MwSt.

Cookie-Einstellungen