• Nierentransplantation

     

Dialyse und Nierentransplantation

Was ist neu?

  • Betablocker und Spironolacton: Betablocker mit hoher Dialysierbarkeit gingen in einer Studie bei Langzeit-Hämodialyse mit einer höheren Mortalität einher als solcher mit niedriger Dialysierbarkeit. Spironolacton hatte bei Patienten unter Peritonealdialyse positive Effekte.
  • Gewicht bei Hämodialyse: Bei kleinen Patienten mit hohem Body-Mass-Index zeigte sich unter Hämodialyse ein besseres Überleben als bei großen Patienten mit gleichem Gewicht.
  • Antikoagulation: Patienten, die unter Vitamin-K-Antagonisten ausreichend antikoaguliert sind, brauchen möglicherweise zusätzlich kein Heparin. In einer Studie bei Dialysepatienten stiegen die Spiegel des löslichen VEGF-Rezeptors nach Heparin-Gabe stark an; dies könnte die Vasodilatation beeinträchtigen. Zu neuen oralen Antikoagulanzien bei Dialysepatienten sind noch nicht ausreichend Daten verfügbar.
  • Peritonealdialyse (PD): Bei Patienten mit Lupus erythematodes war die PD trotz Immunsuppression erfolgreich. Auch nach Herz-Lungentransplantation hatte diese Dialyseform keine Nachteile. Eine perkutane endoskopische Gastrostomie ist eine relative Kontraindikation der PD.
  • Spendernieren mit akutem Nierenversagen: Nieren von Spendern mit aktuem Nierenversagen haben im ersten Jahr nach Transplantation keine schlechteren Funktionsraten als Standardnieren mit normaler Funktion.
  • Resistance-Index (RI) nach Nierentransplantation: Der RI war bei einem Cut-off von 0,80 nicht mit der Organfunktion sowie akuten oder chronischen Läsionen im Transplantat assoziiert. Vielmehr zeigte sich eine Assoziation mit dem Empfängeralter sowie hämodynamischen Faktoren. Möglicherweise korreliert der RI mit der Mortalität nach Nierentransplantation. 

Betablocker und Spironolacton

Betablocker | Die positive Wirkung von Betablockern für Dialysepatienten war bereits Thema in unserem Beitrag in DMW 23/2014. Interessant ist nun, dass die Dialysierbarkeit der Betablocker eine signifikante Bedeutung hat. Dies zeigten Weir et al. in einer bevölkerungsbasierten retrospektiven Kohortenstudie bei über 66-jährigen Patienten unter Langzeit-Hämodialyse, bei denen eine Betablockertherapie initiiert worden war: Eine Therapie mit hoch-dialysierbaren Betablockern (Atenolol, Acebutolol, Metoprolol) war mit einer signifikant höheren 180-Tage-Sterblichkeit assoziiert (relatives Risiko 1,4 [1,1–1,8]; p < 0,01) als die Therapie mit niedrig-dialysierbaren Betablockern (Bisoprolol, Propranolol).

Spironolacton | Seit vielen Jahren ist der positive Effekt von Spironolacton auf die Herzinsuffizienz bekannt. Die linksventrikuläre Hypertrophie wird zudem günstig beeinflusst. Auch in der Behandlung der arteriellen Hypertonie spielt Spironolacton eine wichtige Rolle, sobald der Verdacht auf einen Hyperaldosteronismus besteht. Nun ist diese Behandlung aber auch mit dem Risiko einer Hyperkaliämie behaftet, insbesondere wenn eine Verschlechterung der Nierenfunktion eintritt. Diese Gefahr besteht nicht mehr, wenn die Restdiurese bei Hämodialyse gering ist oder eine Peritonealdialyse (PD) durchgeführt wird. Bei PD kommt es eher zur einer Hypokaliämie. So bildet sie eine günstige Konstellation zum Einsatz von Spironolacton. Die Gabe von 25 mg Spironolacton für 2 Jahre führte bei 158 PD-Patienten zu einer signifikanten Verbesserung des Verlaufs von linksventrikulärer Funktion und Masse, ohne vermehrte Hyperkaliämie. Letztlich könnten sowohl Herzinsuffizienz als auch das Peritoneum davon profitieren. Zhan et al. zeigten in einer experimentellen Studie den positiven Effekt von Spironolacton auf Inflammation und Fibrose des Peritoneums bei Peritonealdialyse. Die Dicke des Peritoneums und die Entgiftungsfunktion bleiben davon unberührt. In einer weiteren Studie waren bei 18 Patienten Kollagenbildung und Ablagerung von CD20-Zellen gehemmt.

Klinische Relevanz
Bei hypertensiven Dialysepatienten könnten Betablocker mit niedriger Dialysierbarkeit Vorteile haben; dies muss aber weiter untersucht werden. Spironolacton könnte bei nicht ausreichend kontrollierter Hypertonie, linksventrikulärer Hypertrophie, Herzinsuffizienz und Peritonealdialyse häufiger eingesetzt werden. Allerdings muss auf eine Hyperkaliämie geachtet werden.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Dialyse und Nierentransplantation

Aus der Zeitschrift DMW 24/2015

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