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Differenzialdiagnostik und Therapie des akuten Abdomens

Das „akute Abdomen“ – ein Begriff, der eher einen Zustand als eine konkrete Diagnose beschreibt – ist ein potenziell lebensbedrohliches Krankheitsbild mit akut einsetzender abdomineller Symptomatik. Es bedarf einer schnellen interdisziplinären Abklärung und meist einer chirurgischen Behandlung. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über häufige Differenzialdiagnosen und das therapeutische Vorgehen beim akuten Abdomen.

Einführung und Epidemiologie

Bauchschmerzen sind mit 7 – 10% der dritthäufigste Vorstellungsgrund in einer interdisziplinären Notaufnahme. Die klassischen Leitsymptome des akuten Abdomens sind Bauchschmerzen mit oder ohne Abwehrspannung und Paralyse, einhergehend mit einem sich verschlechternden Allgemeinbefinden. Dabei gilt es, bei ausgeprägter Schmerzsymptomatik mit zunehmender Schmerzintensität eine lebensbedrohliche Notfallsituation zu erkennen. Hier ist ein schneller Workflow erforderlich, denn die Prognose hängt von der zeitlichen Entwicklung der ursächlichen Erkrankung ab. Für den Behandlungserfolg ist die Zeitdauer zwischen Symptombeginn, Diagnosestellung und Therapie essenziell.

Zahlreiche Krankheitsbilder können die Ursache eines akuten Abdomens sein. Daher spielt trotz aller modernen Bildgebung das Wissen um die Zusammenhänge von Klinik, Labor- und Untersuchungsergebnissen eine wichtige Rolle. Noch wichtiger ist aber die Fähigkeit, mittels gezielter klinischer Untersuchung die mögliche Ursache weiter einzugrenzen und so die entsprechende bildgebende Diagnostik rasch einzuleiten. Hier sind die Sonografie als Bedside-Diagnostik und die CT die Methoden der Wahl. Die größte publizierte epidemiologische Studie der OMGE (World Gastroenterology Organization) untersuchte 10 320 Patienten mit akutem Abdomen. Dabei wurden als häufigste Ursachen die akute Appendizitis (28,1%) und die akute Cholezystitis (9,7%) detektiert. Bei 34% der Patienten konnte keine Ursache für die Abdominalschmerzen diagnostiziert werden und sie wurden bei unspezifischen Bauchschmerzen symptomatisch behandelt.

Auch systemische und extraabdominelle Ursachen können wie ein akutes Abdomen imponieren. So stellen sich regelhaft Patienten mit Bauchschmerzen vor, deren Ursache in einer Pneumonie oder gar einem akuten Myokardinfarkt liegt. Häufige gynäkologische Ursachen für Bauchschmerzen wie Extrauteringraviditäten oder rupturierte Ovarialzysten sollen in diesem Artikel lediglich erwähnt werden.

 

CAVE

Jeder akute Bauchschmerz kann potenziell eine lebensbedrohliche Ursache haben. Die schnelle diagnostische Abklärung ist für die Prognose von grundlegender Bedeutung.
 

Im Folgenden werden Krankheitsbilder vorgestellt, die als Ursachen eines akuten Abdomens infrage kommen. Dabei haben wir versucht, einen viszeralchirurgisch-gastroenterologischen Schwerpunkt zu setzen und häufige, klinisch relevante Ursachen vorzustellen. Die Einteilung erfolgt nach der Schmerzlokalisation, denn sie gibt einen ersten Hinweis auf die mögliche Diagnose. Nicht weiter beleuchten wollen wir in diesem Artikel spezielle Erkrankungen aus dem Bereich der Urologie und Gynäkologie sowie kardiale und pneumologische Erkrankungen.

Rechter Oberbauch

Akute Schmerzen im rechten Oberbauch weisen am häufigsten auf hepatobiliäre Ursachen oder auf Pathologien im Magen oder Duodenum hin. Die Anamnese sollte sich auf bekannte Vorerkrankungen in diesem Bereich fokussieren. Dabei sollten auch pulmologische und kardiale Differenzialdiagnosen ausgeschlossen werden.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Differenzialdiagnostik und Therapie des akuten Abdomens
aus der Zeitschrift Gastroenterologie up2date 03/2020

 

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