• Empagliflozin - SGLT-2-Inhibitor - Diabetes mellitus - Mortalität - Kardiovaskuläre Endpunktstudie

     

Empagliflozin

Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) besitzen ein zwei- bis vierfach höheres Risiko, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu entwickeln, als Menschen ohne T2DM. Die koronare Herzkrankheit zeigt dabei die höchste Prävalenz unter den kardiovaskulären Erkrankungen bei Menschen mit T2DM, gefolgt von Schlaganfall und peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Darüber hinaus wurde das Risiko der Entwicklung einer Herzinsuffizienz, die wesentlich die Prognose der Patienten mit T2DM verschlechtert, lange unterschätzt. Bei Männern und Frauen über 50 Jahren mit T2DM und einer kardiovaskulären Vorerkrankung ist die Lebenserwartung im Durchschnitt um 7,5 bzw. 8,2 Jahre verkürzt, wobei mehr als die Hälfte der Todesfälle durch ein kardiovaskuläres Ereignis verursacht werden. Demzufolge steht die Senkung der makro- und mikrovaskulären Folgeerkrankungen durch eine adäquate Therapie des T2DM im Mittelpunkt nationaler und internationaler Leitlinien und Behandlungsempfehlungen.

Ältere Endpunktstudien haben gezeigt, dass das Risiko mikrovaskulärer Komplikationen durch eine gute Blutzuckerkontrolle reduziert werden kann. Trotzdem ist Diabetes mellitus in vielen Teilen der Welt nach wie vor die häufigste Ursache für die Entwicklung einer terminalen Niereninsuffizienz. Bis zu 40 % der Patienten mit T2DM sind früher oder später von einer Niereninsuffizienz betroffen, wobei die interindividuelle Varianz bis zum Eintreten der ersten Krankheitszeichen sehr groß ist (wenige Jahre bis Jahrzehnte). Den Nachweis, dass durch eine intensive Blutzuckertherapie eine Reduktion makrovaskulärer Ereignisse erreicht wird, blieben ältere Outcomestudien hingegen im Wesentlichen schuldig, da die Blutzuckersenkung wenig Auswirkungen auf das kardiovaskuläre Risiko im Verlauf der Studienbeobachtung hatte. Mehrjährige Nachbeobachtungen nach Abschluss der Studien konnten teilweise eine signifikante Senkung kardiovaskulärer Ereignisse durch eine frühe intensive Blutzuckersenkung nachweisen. Blutzuckerkontrolle per se scheint sich erst langfristig positiv auf das kardiovaskuläre Risiko auszuwirken. Demzufolge liegt die Inzidenzrate von Myokardinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärer Mortalität bei Patienten mit T2DM deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Aufgrund der stetig steigenden Prävalenz von T2DM ist damit eine weitere Zunahme kardiovaskulärer Komplikationen zu erwarten.


Studien zur Beurteilung der kardiovaskulären Sicherheit

Während frühere klinische Studien kaum einen Vorteil der Blutzuckerkontrolle hinsichtlich makrovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit T2DM zeigen konnten und in der ACCORD-Studie sogar eine Übersterblichkeit unter intensiver Blutzuckertherapie zu verzeichnen war, rückte zunehmend der Aspekt der kardiovaskulären Sicherheit einer antidiabetischen Therapie auf der Basis von Einzelsubstanzen in den Vordergrund. Nachdem in einer inzwischen widerlegten Metaanalyse ein erhöhtes Risiko für Myokardinfarkt und Tod durch kardiovaskuläre Ereignisse für Rosiglitazon beschrieben wurde, ist seit 2008 durch die Zulassungsbehörden der Nachweis einer langfristigen kardiovaskulären Sicherheit vor und nach Zulassung neuer Antidiabetika vorgegeben. In der EMPA-REG OUTCOME®-Studie mit dem Inhibitor des Natrium-Glukose-Cotransporters 2 (SGLT-2) Empagliflozin konnte erstmals eine Überlegenheit im primären Endpunkt MACE-3 zugunsten eines einzelnen Wirkstoffs gezeigt werden. Auch in der LEADER-Studie konnte nachfolgend eine Überlegenheit des einmal täglich zu injizierenden GLP-1-Rezeptoragonisten Liraglutid beim Auftreten des primären Endpunkts MACE-3 nachgewiesen werden. Für einen weiteren GLP-1-Rezeptoragonisten, das einmal wöchentlich zu injizierende Semaglutid, wurde im Rahmen einer Phase-3-Zulassungsstudie ebenfalls ein Vorteil beim Auftreten von MACE-3-Ereignissen gegenüber Placebo demonstriert.


EMPA-REG OUTCOME®-Studie

Empagliflozin zeigte bereits im Phase-3-Studienprogamm, dass die Substanz den HbA1c, das Körpergewicht und den Blutdruck klinisch relevant senkt und, abgesehen von Genitalinfektionen, die durch den Wirkmechanismus (Induktion einer Glukosurie) bedingt sind, ein positives Verträglichkeitsprofil aufweist. Die Untersuchung makro- und mikrovaskulärer Endpunkte bei Patienten mit T2DM und bestehender kardiovaskulärer Erkrankung in der EMPA-REG OUTCOME®-Studie erfolgte nach regulatorischen Vorgaben.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Empagliflozin reduziert das Risiko für Mortalität sowie makro- und mikrovaskuläre Komplikationen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und bestehender kardiovaskulärer Erkrankung

Aus der Zeitschrift Diabetologie und Stoffwechsel 02/2017

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