• Ernährungsmanagement bei Covid-19

     

ESPEN-Expertenerklärungen und praktischer Leitfaden für das Ernährungsmanagement von Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion

Die COVID-19-Pandemie stellt Patienten und Gesundheitssysteme weltweit vor außergewöhnliche Herausforderungen und Bedrohungen. Akute Atemwegserkrankungen, die eine intensivmedizinische Therapie erfordern, sind eine Hauptursache für Morbidität und Mortalität bei COVID-19-Patienten. Es wird berichtet, dass immungeschwächten Personen, zu denen ältere Menschen, polymorbide Patienten sowie unterernährte Personen im Allgemeinen gehören, eine schlechtere Prognose und eine höhere Mortalität droht. Intensivmedizinische Behandlung, Polymorbidität und höheres Alter sind mit einem hohen Risiko für Unter- und Mangelernährung assoziiert, was per se einen relevanten Risikofaktor für eine höhere Morbidität und Mortalität bei chronischen und akuten Erkrankungen darstellt. Wichtig ist auch, dass längere Aufenthalte auf Intensivstation, wie sie für die Stabilisierung von COVID-19-Patienten häufiger erforderlich sind, und längere Aufenthalte auf der Intensivstation per se Unter- und Mangelernährung verursachen oder verschlechtern. Dabei kommt es auch zu schweren Verlusten von Skelettmuskelmasse und -funktion und folglich zur Behinderung, zu eingeschränkter Lebensqualität sowie zusätzlicher Morbidität. Prävention, Diagnostik und Therapie von Unter- und Mangelernährung sollten daher routinemäßig bei der Behandlung von COVID-19-Patienten berücksichtigt werden. Im vorliegenden Dokument möchte die Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) anhand von 10 praktischen Empfehlungen präzise Vorschläge für das Ernährungsmanagement von COVID-19-Patienten anbieten. Die praktischen Anleitungen betreffen Patienten auf Intensivstation und Personen mit höherem Alter und Polymorbidität, die mit Mangelernährung und deren negativen Auswirkungen auf das Überleben assoziiert sind.

Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie stellt Patienten und Gesundheitssysteme weltweit vor außergewöhnliche Herausforderungen und Bedrohungen. Die Krankheit betrifft hauptsächlich die Atemwege, kann sich jedoch zu einem Multiorganversagen ausweiten und tödlich verlaufen. Akute Atemwegserkrankungen, die längere Aufenthalte auf Intensivstation erfordern, sind eine Hauptursache für Morbidität und Mortalität bei COVID-19-Patienten. Ältere Erwachsene und polymorbide Patienten haben die schlechteste Prognose und eine höhere Mortalität. Intensivaufenthalte, v. a. von längerer Dauer, sind per se bekannte Ursachen für Mangelernährung mit Verlust von Skelettmuskelmasse und -funktion, was wiederum zu einer schlechten Lebensqualität, funktionellen Beeinträchtigung und erhöhter Morbidität lange nach der Entlassung von der Intensivstation führen kann. Viele chronische Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie deren Häufung bei polymorbiden Personen, aber auch das Alter an sich [8], sind sehr häufig mit einem hohen Risiko und einer hohen Prävalenz von Mangelernährung und schlechter Prognose verbunden. Ursachen der Intensivmedizin bzw. der krankheitsassoziierten Mangelernährung sind eine verminderte Mobilität, katabolische Veränderungen, insbesondere im Skelettmuskel, sowie eine verminderte Nahrungsaufnahme – Faktoren, welche bei älteren Erwachsenen noch gravierender auftreten können. Darüber hinaus kann v. a. die Entwicklung von Inflammation und Sepsis dazu beitragen, die genannten Veränderungen bei bestehender SARS-CoV-2-Infektion zu verstärken. Dabei ist hervorzuheben, dass eine angemessene Erfassung und Behandlung des Ernährungszustands tatsächlich geeignet ist, Komplikationen wirksam zu reduzieren und relevante klinische Ergebnisse unter verschiedenen Bedingungen zu verbessern: für Intensivpatienten und andere Krankenhauspatienten, für chronisch Kranke und für ältere Menschen.

Basierend auf solchen Beobachtungen sollte die Prävention, Diagnose und Behandlung von Mangelernährung bei der Behandlung von COVID-19-Patienten adressiert werden, um sowohl die kurz- als auch die langfristige Prognose zu verbessern. In dem vorliegenden Dokument möchte die Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) präzise Expertenaussagen und praktische Anleitungen bieten für das Ernährungsmanagement von COVID-19-Patienten mit intensivmedizinischer Betreuung, mit höherem Alter oder mit Polymorbidität, die alle unabhängig voneinander von Mangelernährung und ihrer negativen Auswirkung auf das Überleben bedroht sind. Die Empfehlungen basieren auf aktuellen ESPEN-Leitlinien und weiteren Expertenratschlägen. Da es keine speziellen Studien zum Ernährungsmanagement bei COVID-19-Infektionen gibt, können die folgenden Überlegungen derzeit nur auf bestem Wissen und klinischer Erfahrung beruhen.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier ESPEN-Expertenerklärungen und praktischer Leitfaden für das Ernährungsmanagement von Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion

Aus der Zeitschrift Aktuelle Ernährungsmedizin 03/2020

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