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Gastrointestinale Infektionen – Aktuelles

Eine akute Diarrhö ist meist infektiös bedingt. Die Mehrzahl infektiöser Durchfallepisoden verläuft selbstlimitierend und erfordert keine mikrobiologische Diagnostik. Anders ist die Situation zu bewerten, wenn bei den Patienten bestimmte Risikofaktoren vorliegen – wie blutige Diarrhö oder Immunsuppression. Dieser Beitrag stellt epidemiologische Daten, Diagnostik und Therapie sowie die wichtigsten Erreger der infektiösen Diarrhö vor.

Definitionen

Eine Diarrhö ist definiert als eine Steigerung der Stuhlfrequenz auf > 3 pro Tag bei gleichzeitiger Reduktion der Stuhlkonsistenz. Als eine akute Episode gilt eine Dauer < 14 Tage, hier liegt meist eine infektiöse Genese zugrunde. Eine persistierende Diarrhö tritt > 14 Tage, aber kürzer als 30 Tage auf, und die chronische Diarrhö dauert definitionsgemäß länger als 30 Tage. Bei einer chronischen Diarrhö liegen meist nichtinfektiöse Ursachen vor (chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Stoffwechselstörungen, funktionelle Erkrankungen, neuroendokrine Tumoren, vaskuläre Erkrankungen).

Epidemiologie

Die Inzidenz von gastrointestinalen Infektionen mit Noroviren ist weiterhin die höchste aller gemeldeten Infektionen in Deutschland. Zusätzlich kommen Infektionen mit Campylobacter und Rotaviren häufig vor und führen die Statistik der gemeldeten Infektionen an. Während Campylobacter-Infektionen vorwiegend von Juni bis September auftreten, werden die Norovirus-Infektionen in den Wintermonaten beobachtet. Die Infektionsrate für Rotaviren ist weiterhin rückläufig, was auf die verstärkte Inanspruchnahme der Schutzimpfung zurückzuführen ist, und war am höchsten im April 2016.

Den gemeldeten Infektionen steht eine deutlich größere Anzahl von geschätzten gastrointestinalen Infektionen gegenüber, die hauptsächlich ambulant geführt werden und ohne Erregerdiagnostik und -nachweis auskommen. Häufig sind Kinder im Haushalt die Überträger einer Infektion, wie eine Beobachtungsstudie aus Deutschland zeigt.

Es wird geschätzt, dass jährlich ca. 65 Millionen Episoden einer gastrointestinalen Erkrankung in Deutschland vorkommen, das bedeutet bis zu eine Episode pro Patientenjahr. Hier gilt es, die kritischen Fälle rasch zu erkennen und ggf. eine Diagnostik und entsprechende Therapie einzuleiten. Neben den meist unkompliziert verlaufenden ambulanten gastrointestinalen Infektionen wurde eine steigende Anzahl von stationären Aufnahmen bei akuter infektiöser Enteritis festgestellt. Die Inzidenz der schweren Clostridium-difficile-Infektion (CDI) war über die letzten 3 Jahre zunehmend mit zuletzt ca. 1000 gemeldeten Todesfällen. Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2014 zeigt: Zwischen 2000 und 2012 ist es insgesamt zu einer deutlichen Zunahme von Todesfällen (um den Faktor 10) unter der Diagnose einer infektiösen Gastroenteritis gekommen.

MERKE
Norovirus-Infektionen sind die häufigsten gastrointestinalen Infektionen. Die Inzidenz schwerer gastrointestinaler Infektionen, die stationär behandelt werden müssen, ist steigend, u. a. durch eine Zunahme der CDI-Infektionen. 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Gastrointestinale Infektionen – Aktuelles

Aus der Zeitschrift: Gastroenterologie up2date 02/2018

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