Kardiovaskuläre Probleme durch erhöhte Natriumzufuhr

  • Erhöhte Natriumzufuhr höheres kardiovaskuläres Risiko

    Eine Paracetamol-Brausetablette enthält z.B. 16,9 mmol Natrium. Die empfohlene Höchstzufuhr an Natrium liegt bei 3 g (130 mmol)/Tag

     

Eine erhöhte Natriumzufuhr führt zu zahlreichen kardiovaskulären Problemen. Neben der Nahrung können bestimmte Medikamentenformulierungen zu einer vermehrten Natriumaufnahme beitragen. Die annehmbare Natrium-Tagesdosis kann allein durch ein einziges Medikament überschritten werden. BMJ 2013; 347: f6954

Unterschiedliche Medikamentenformulierungen enthalten unterschiedliche Mengen an Natrium. Eine Paracetamol-Brausetablette enthält z.B. 16,9 mmol Natrium. Die empfohlene Höchstzufuhr an Natrium liegt bei 3 g (130 mmol)/Tag. George et al. untersuchen den Einfluss natriumhaltiger Medikamente auf die kardiovaskuläre Gesundheit.

In die Studie wurden 1 292 337 Patienten eingeschlossen, die mindestens zwei natriumhaltige Medikamente oder die entsprechenden Standardformulierung einnahmen. Der primäre Endpunkt der Studie umfasste nicht-fatalen Myokardinfarkt, nicht-fatalen Schlaganfall und Tod aus vaskulärer Ursache. Der sekundäre Endpunkt wurde mit Auftreten einer Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Tod jeglicher Ursache definiert. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 7,23 Jahre.

In dieser Zeit wurden insgesamt 61 072 Ereignisse des primären Endpunktes erfasst. Die angepasste Odds Ratio (OR) hinsichtlich der Einnahme natriumhaltiger Medikamente betrug 1,16 (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,12–1,21). Die angepasste OR für das Auftreten eines nicht-fatalen Schlaganfalls betrug 1,22 (95%-KI 1,16–1,29), für Tod jeglicher Ursache 1,28 (95%-KI 1,23–1,33), für Hypertonie 7,18 (95%-KI 6,74–7,65), für Herzinsuffizienz 0,98 (95%-KI 0,93–1,04), für nicht-fatalen Myokardinfarkt 0,94 (95%-KI 0,88–1,00) und für Tod aus vaskulärer Ursache 0,70 (95%-KI 0,31–1,59). Die mittlere Zeitdauer zwischen Verschreibung natriumhaltiger Medikamente und Auftreten des primären Endpunktes lag bei 3,92 Jahren. 

Fazit
Die Einnahme natriumhaltiger Medikamente sei mit einer signifikant erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse assoziiert. Vor allem bei Risikopatienten für eine arterielle Hypertonie sollten natriumhaltige Medikamente zurückhaltend eingesetzt werden, so die Autoren.

Sponsoring: Die Studie wurde von einer Stiftung finanziell unterstützt.

Quelle: DMW 09/2014; Dr. med. Markus Escher, Remseck

 

 

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