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Luftverschmutzung fördert Schlaganfälle

Die Assoziation zwischen Luftverschmutzung und kardialen Ereignissen ist hinreichend bekannt. Zur umweltbedingten Inzidenz und Mortalität von Schlaganfällen gibt es allerdings weniger konsistente Daten. Eine aktuelle Meta-Analyse zeigte nun eine enge zeitlichen Assoziation mit der Luftschadstoff-Konzentration.

Die Autoren wählten für die Analyse 94 Beobachtungsstudien nach vordefinierten Qualitätskriterien aus. Insgesamt wurden 6,2 Millionen Schlaganfall-Ereignisse in 28 Ländern ausgewertet. Endpunkte waren

  • die Häufigkeit stationärer Einweisungen aufgrund von Schlaganfall,
  • die Schlaganfall-Mortalität.

Beide Faktoren wurden jeweils in Abhängigkeit von der Luftschadstoff-Exposition innerhalb der vorangegangenen 7 Tage untersucht.

Die Endpunkte waren signifikant assoziiert mit der

  • CO-Konzentration: relatives Risiko 1,015 pro 1 part per million (ppm; 95 %-Konfidenzintervall 1,004–1,026),
  • SO2-Konzentration:1,019 pro 1 part per billion (ppb; 1,011–1,027),
  • NO2-Konzentration: 1,014 pro 10 ppb (1,009–1,019),
  • PM2,5 (Feinstaub < 2,5 µm): 1,011 pro
    10 µg / m3 (1,011–1,012),
  • PM10 (Feinstaub < 10 µm): 1,003 pro
    10 μg / m3 (1,002–1,004),
  • Ozon: 1,001 pro 10 ppb (1,000–1,002).

Die deutlichste Assoziation bestand am Tag der Exposition. Die Auswirkungen der PM2,5-Belastung waren am stärksten und hielten am längsten an. Ein Grund hierfür könnte sein, dass die sehr kleinen Feinstaubpartikel direkt von der Lunge in den Blutkreislauf übertreten können. Die Forscher vermuten, dass die unmittelbaren Effekte der Luftverschmutzung über das vegetative Nervensystem und Veränderungen der Endothelfunktion verursacht werden. Hinsichtlich hämorrhagischer Schlaganfälle ist die Aussagekraft der Ergebnisse allerdings eingeschränkt, da diese deutlich seltener auftreten als ischämische Apoplexe.

Fazit:
Der Schadstoffgehalt der Luft und die Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen bzw. Todesfällen in Folge von Apoplexen hängen zeitlich eng zusammen. Gesellschaftliche und politische Anstrengungen zur Reduktion der Luftverschmutzung können laut den Autoren dazu beitragen, die Inzidenz von Schlaganfällen zu vermindern.

Aus der Zeitschrift DMW 10/2015, Umweltmedizin: Luftverschmutzung fördert Schlaganfälle; Peter Pommer

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