• Lunge Auskulationspunkte Pneumologie Innere Medizin Georg Thieme Verlag

    Auskulationspunkte - Abb. aus DMW 14/2015

     

Lungenauskultation – Erkenntnisse und Irrtümer

Die Lungenauskultation ist der wichtigste Teil der pulmonalen Untersuchung. Neben der Anamnese ist sie das Kernstück des diagnostischen Prozesses bei der pneumologischen Erstbeurteilung. In Notfallsituationen können dadurch effizient, reproduzierbar und kostengünstig Differenzialdiagnosen erhoben werden. Das Erkennen des normalen Atemgeräuschs oder von pathologischen Veränderungen und Nebengeräuschen erfordert entsprechende Übung. Eine wichtige Voraussetzung dazu ist die korrekte Durchführung und die Verwendung der international definierten Nomenklatur.

Geschichte der Auskultation

Von der Papierrolle zum Stethoskop | Bereits Hippokrates führte die Lungenauskultation durch, indem er das Ohr auf die Brust legte. Erst im frühen 19. Jahrhundert wurde die Auskultation durch Laënnec etabliert, wobei der französische Arzt auch die entsprechende Technik revolutionierte: Er benutzte dazu ein gerolltes Papier und später einen Holzzylinder, was den Gesellschafts- und Hygieneansprüchen der damaligen Zeit besser entsprach. Gegen die Jahrhundertwende wurde das heute gebräuchliche Stethoskop mit binauraler, flexibler Auskultation entwickelt.

Vesikuläratmen – ein obsoleter Begriff | Aus der Zeit von Laënnec hat sich neben der technischen Errungenschaft auch der Begriff „Vesikuläratmen“ bis in die heutige Zeit erhalten. Ursprünglich bezeichnete Laënnec das normale Atemgeräusch über den Lungen als Vesikuläratmen, um es gegenüber dem Auskultationsbefund über der Trachea abzugrenzen. Das moderne Verständnis über die Entstehung des Atemgeräuschs disqualifiziert aber diesen Begriff. Trotzdem wird er ungeachtet dessen weiter verwendet – auch von Pneumologen. Daran hat auch das internationale Symposium über die Lungenauskultation von 1987 nichts geändert.

Zwischen den Ohren des Arztes | Als technische Weiterentwicklung sind elektronische Stethoskope mit Verstärker und Möglichkeit einer digitalen Verarbeitung des Signals verfügbar. Diese teuren Geräte haben sich allerdings im klinischen Alltag bisher nicht durchgesetzt, vermutlich auch aufgrund der fehlenden Konsequenz in der Gesamtbeurteilung. Für die Forschung haben die Frequenzanalysen und Studien der Lungenauskultation inzwischen einen hohen Stellenwert. Der wichtigste Teil des Stethoskops bleibt aber sprichwörtlich derjenige zwischen den Ohren des Arztes.

Mehr zur praktischen Durchführung, physiologischen Befunden, pathologischen Atem- und Nebengeräuschen sowie Nomenklatur lesen Sie im vollständigen Beitrag Die Lungenauskultation – Erkenntnisse und Irrtümer.

 

Aus der Zeitschrift DMW 14/2015.

Call to Action Icon
DMW kennenlernen Jetzt 4 Ausgaben kostenlos testen

Newsletter-Service

  • Thieme Newsletter - Wissen das sich anpasst - Jetzt kostenlos registrieren

    Jetzt kostenlos anmelden

    Aktuelles aus Ihrem Fachgebiet: Mit brandaktuellen News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tollen Gewinnspielen sind Sie up to date und immer einen Schritt voraus.

Quelle

Buchtipps

Pneumologie
Dieter Köhler, Bernd Schönhofer, Thomas VoshaarPneumologie

Ein Leitfaden für rationales Handeln in Klinik und Praxis

EUR [D] 64,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.