Erhöhen Medikamente die Diabetesinzidenz?

  • Medikamente erhöhen Diabetesinzidenz

    Diuretika und Statine führen häufiger zu einem manifesten Diabetes mellitus Typ 2

     

Betablocker, Diuretika und Statine reduzieren die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Es gibt jedoch Hinweise, dass sie zu einer erhöhten Diabetesinzidenz führen könnten. BMJ 2013; 347: f6745

Shen et al. untersuchten, inwieweit der Einsatz von Betablockern, Statinen und Diuretika bei Patienten mit gestörter Glukosetoleranz und anderen kardiovaskulären Risikofaktoren mit dem Neuauftreten von Diabetes assoziiert ist.

Die Forscher analysierten die Daten der NAVIGATOR-Studie neu. In dieser Studie war der Einfluss von Valsartan und Nateglinid auf Patienten mit gestörter Glukosetoleranz untersucht worden. In der jetzt publizierten Analyse wurden 9306 Patienten untersucht, die bei Einschluss in die Studie weder mit Betablockern, Diuretika, Statinen noch Kalzium-Antagonisten behandelt wurden. Dabei dienten letztere als Stoffwechsel-neutrale Kontrolle. Alle Patienten hatten eine gestörte Glukosetoleranz und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren zu Beginn der Studie. Endpunkt der Analyse war die Neumanifestation eines Diabetes mellitus Typ 2, diagnostiziert durch Nüchternglukose und bestätigt durch einen oralen Glukosetoleranztest, der innerhalb der folgenden 12 Wochen durchgeführt wurde.

Während der Beobachtungszeit von im Mittel 5 Jahren wurde bei 16,2% der Patienten eine Therapie mit einem Betablocker begonnen, bei 20,7% mit Diuretika, bei 22,0% mit Statinen und bei weiteren 18,6% mit Kalzium-Antagonisten. Nach statistischer Adjustierung zeigte sich, dass sowohl Diuretika als auch Statine das Risiko für einen manifesten Diabetes um 23% erhöhten. Betablocker und Kalzium-Antagonisten hingegen waren nicht mit dem Neuauftreten von Diabetes assoziiert.

Fazit
Bei Patienten mit einer gestörten Glukosetoleranz und anderen kardiovaskulären Risikofaktoren führen Diuretika und Statine laut den Autoren häufiger zu einem manifesten Diabetes mellitus Typ 2; Betablocker und Kalzium-Antagonisten dagegen nicht.

Sponsoring: Die NAVIGATOR-Studie wurde von Novartis Pharma finanziell unterstützt. Bei der vorliegenden Studie wurden keine Angaben zum Sponsoring gemacht.

Quelle: DMW 09/2014; Dr. med. Christoph Feldmann, Köln

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