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Melanomrisiko – Einwanderung überdeckt tatsächliche Entwicklung

Die Zahl der exzidierten Melanome in Australien steigt. Es wurde allerdings berichtet, dass die Melanominzidenz bei jüngeren Australiern sinkt. Das sieht allerdings anders aus, wenn man den Bevölkerungswandel berücksichtigt, wie D. Czarnecki zeigt.

Er weist darauf hin, dass die Zahlen zur positiven Inzidenzentwicklung auf der Gesamtpopulation der jungen Bewohner von Australien beruhen, sich in dieser Altersgruppe aber durch Einwanderung aus Niedrigrisikogebieten auch die Zahl der Personen mit niedrigem Risiko erhöht hat. Darum berechnete er die Inzidenz speziell für die Population der stark gefährdeten < 30-Jährigen. Daten des australischen Statistikamtes zeigten, dass der Anteil junger Menschen mit geringem Melanomrisiko, die in Asien, auf Pazifikinseln, im mittleren Osten oder in einem afrikanischen Land südlich der Sahara geboren wurden oder Eltern hatten, die dort geboren wurden, angestiegen ist. So machten Asiaten im Jahr 1981 nur 1,7% der jungen australischen Bevölkerung aus, vorläufige Daten von 2011 weisen 7,6% aus.

Kein Grund zur Entwarnung

Bei der Berechnung der Melanominzidenz nur für den übrigen Teil der < 30-Jährigen in Australien zeigte sich kein Rückgang, sondern eine Zunahme der Melanominzidenz von 5,9 pro 100 000 im Jahr 1982 auf 6,3 im Jahr 2009. Der zusätzliche Ausschluss von jungen Maori und Aborigines führte zu einem Anstieg der Melanomrate bei jungen Australiern von 6,0 pro 100 000 im Jahr 1982 auf 6,8 pro 100 000 in 2009.

Die Berechnungen zeigen, dass die Bestimmung der Melanominzidenz den Wandel in der Populationszusammensetzung berücksichtigen muss, der sich in Australien innerhalb nur einer Generation vollzogen hat: Wurden 1981 lediglich 5,3% der Kinder in Familien mit Niedrigrisiko-Herkunft geboren, waren es 2011 schon 19,8%.

Für 2011 lagen nur vorläufige statistische Daten zur Herkunft der < 30-Jährigen vor. Sie deuten auf einen weiteren Anstieg der Melanominzidenz in den Risikogruppen mit Menschen hellen Hauttyps auf 10,0 pro 100 000 hin – und dies trotz der seit Jahren in Australien laufenden Kampagnen zur Melanomprävention. Die offizielle Statistik mit einer abnehmenden Inzidenz bei jüngeren Australiern wurde als Beleg für den Erfolg der Präventionskampagnen dargestellt. Der genauere Blick auf die Risikopopulation zeigt nun das Gegenteil.

Fazit

Die < 30-jährigen Menschen mit hellem Hauttyp stellen die eigentliche Risikogruppe für die Entwicklung eines malignen Melanoms dar. Diese Population zeigt in Australien dieselbe ansteigende Melanominzidenz wie die Gesamtbevölkerung, so die Autoren.

Aus der Zeitschrift TumorDiagnostik & Therapie 6/2015; Melanomrisiko – Einwanderung überdeckt tatsächliche Entwicklung; Friederike Klein

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