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Multiresistente Erreger – Infektionsmanagement 2015

Die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen ist mittlerweile eine gesamtgesellschaftliche Bedrohung. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Klassifikation und klinische Bedeutung der wichtigsten multiresistenten Erreger (MRE) sowie die zur Verfügung stehenden Therapieoptionen. Es werden Maßnahmen des „Antibiotic Stewardship“ vorgestellt, darunter die Therapie-Deeskalation und die Wahl der Initialtherapie.

Einleitung
Die Ausbreitung multiresistenter Erreger (MRE) schreitet rasant voran und erschwert eine erfolgreiche Antibiotikatherapie. Das European Center for Disease Control gibt an, dass MRE in Europa

  • ca. 25 000 zusätzliche Todesfälle pro Jahr verursachen
  • jährliche Zusatzkosten von über 1,5 Milliarden Euro (www.ecdc.europa.eu) versursachen.
  • Außerdem verlängern sie die Hospitalisierungsdauer um 2,5 Millionen Tage .

Nur wenige neue Antibiotika befinden sich zurzeit in der klinischen Prüfungsphase. Daher ist mittelfristig keine Lösung des Problems zu erwarten. Die inadäquate Anwendung vorhandener Antibiotika beschleunigt die Resistenzausbreitung zusätzlich.

Klassifikation und Charakteristika
Die Infectious Diseases Society of America hat das Akronym ESKAPE für MRE geprägt, die eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit sind:

  • Enterobacteriaceae: multiresistent durch Bildung von Extended-Spectrum β-Lactamasen (ESBL) oder Carbapenemasen
  • Staphylococcus aureus, Methicillin-resistent (MRSA)
  • Klebsiella pneumoniae mit Bildung von Carbapenemasen
  • Acinetobacter spp., multiresistent
  • Pseudomonas aeruginosa, multiresistent
  • Enterokokken, insbesondere E. faecium mit und ohne Vanocomycin-Resistenz (VRE)

Gegenüber diesen Erregern sind nur wenige Antibiotika wirksam. Häufig wird eine Infektion mit ESKAPE-Erregern initial inadäquat behandelt, was zu einem gehäuften Auftreten von Therapieversagen führt.

Clostridium difficile
Eine neuere Publikation plädiert dafür, das Akronym in „ESCAPE“ umzuwandeln: Klebsiellen sollen unter „E“ mit anderen Enterobakterien zusammengefasst werden. Stattdessen sollte Clostridium difficile („C“) aufgrund

  • seiner Virulenz,
  • der raschen Ausbreitung und
  • der hohen Rückfallraten nach erfolgter Therapie

in die Definition aufgenommen werden.

MRGN-Definition
Das Robert Koch-Institut hat 2012 für multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) die Klassifikationen 3MRGN und 4MRGN eingeführt (s. Info-Kasten auf Seite 976). Hier ist die Resistenzsituation kritischer denn je. Laut neuen Richtlinien müssen Patienten mit 4MRGN-Infektionen immer isoliert werden. Bei Patienten mit 3MRGN ist dies nur noch in Risikobereichen der Fall, wie auf der Intensivstation, bei Dialysepflichtigen und bei immunsupprimierten Patienten.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag Multiresistente Erreger – Infektionsmanagement 2015.

 

Aus der Zeitschrift DMW 13/2015.

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