• Herzinsuffizienz

     

Myokardrevaskularisation bei reduzierter linksventrikulärer Funktion

In den entwickelten Ländern der Welt leidet ca. 1–2 % der Bevölkerung an einer Herzschwäche. Ursachen für dieses klinisch und echokardiografisch definierte Erscheinungsbild gibt es zahlreiche. Nicht alle Formen gehen mit einer Reduktion der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LV-EF) einher.

Bei der diastolischen Herzinsuffizienz ist die LV-EF normal. Ungefähr die Hälfte der Patienten, die an einer klinischen Herzinsuffizienz leiden, zeigt auch eine echokardiografisch reduzierte LV-EF. Eine hochgradig reduzierte LV-EF ist echokardiografisch als ≤ 35 % definiert. Bei ca. zwei Drittel der Fälle ist hier eine koronare Herzerkrankung – d. h. eine ischämische Kardiomyopathie – ursächlich nachweisbar. Die essenzielle Hauptsäule der Therapie ist bei allen Formen der Herzinsuffizienz die klassische Medikation:

  • Renin / Angiotensin / Aldosteron (RAAS-) Blocker
  • Betablocker
  • Diuretikum
  • und zukünftig womöglich LCZ696 (Valsartan plus Sacubitril, Neprilysin-Inhibition)
Im Falle der ischämischen Kardiomyopathie spielt die myokardiale Revaskularisation für die kardiovaskuläre Sterblichkeit eine relevante zusätzliche Rolle. So konnte insgesamt die Sterblichkeit, die in den 1990ern noch 60–70 % innerhalb von 5 Jahren betrug, signifikant reduziert werden. Die Anzahl der Krankenhausaufnahmen sank um 30–50 %.

KLINISCHE RELEVANZ
Die ischämische Kardiomyopathie ist eine häufige Ursache einer reduzierten linsventrikulären Funktion. Eine Revaskularisation kann die kardiovaskuläre Sterblichkeit und Morbidität der Patienten verbessern.

Indikation zur Herzkatheterdiagnostik bei Herzinsuffizienz

Typische Symptome einer Herzinsuffizienz sind

  • Dyspnoe (Kurzatmigkeit, Orthopnoe, nächtliche Dyspnoe),
  • Knöchelödeme,
  • reduzierte Belastbarkeit und
  • häufig auch eine allgemeine Abgeschlagenheit.
Bei klinischem Verdacht auf das Vorliegen einer Herzinsuffizienz kommt neben der EKG-Diagnostik und BNP-Bestimmung der Bildgebung eine entscheidende Rolle zu. Im Falle von Hinweisen für eine ischämische Genese der Herzinsuffizienz, wie Angina pectoris oder einem überlebten Herzstillstand, ist eine Herzkatheteruntersuchung indiziert. Neben der Linksherzkatheteruntersuchung kann im gleichen Untersuchungsgang je nach Symptomen und Beteiligung des rechten Ventrikels sowie pulmonalen Komorbiditäten eine Rechtsherzkatheteruntersuchung hilfreich in der weiteren Therapieplanung sein. Ansonsten ergibt sich die Indikation aus den übrigen Untersuchungsstandards. Laborwerterhöhungen (BNP, Troponin) und EKG-Veränderungen stehen hier im Vordergrund. Neben der regionalen Kontraktionsstörung können auch ein Ischämienachweis im Stress-MRT, in der Myokardszintigrafie oder der Stressechokardiografie eine Herzkatheteruntersuchung begründen.

Die Revaskularisationsindikation außerhalb eines akuten Koronarsyndromes umfasst:

  • Hauptstammstenose (> 50 %)
  • proximale LAD-Stenosen (> 50 %)
  • 2- oder 3-Gefäßerkrankung
  • relevante Ischämie (> 10 % LV)
  • letztes verbliebenes Gefäß
  • jede therapierefraktär symptomatische Stenose (> 50 %)
KLINISCHE RELEVANZ
Bei Vorliegen einer reduzierten linksventrikulären Funktion müssen Anamnese und Vortests wie EKG, Labor, Echokardiografie und ggf. Stresstests die Indikation zur Herzkatheterindikation belegen.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Myokardrevaskularisation bei reduzierter linksventrikulärer Funktion

Aus der Zeitschrift DMW 3/2016
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