•  

Nahrungsmittelunverträglichkeiten – „wenn Essen krank macht“

Unklare abdominelle Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfälle, Blähungen, Verstopfung oder Unwohlsein sind häufige Beratungsanlässe in der allgemeinmedizinischen Sprechstunde. Oft verbergen sich hinter diesen Beschwerden Nahrungsmittelunverträglichkeiten, vor allem in Bezug auf Laktose, Fruktose und Histamin. Der Beitrag erklärt die pathophysiologischen Mechanismen und stellt praxisnah (Differenzial-) Diagnosen und therapeutische Optionen vor.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Definition und Unterteilungen

Nach der Definition der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) umfasst der Begriff „Nahrungsmittelunverträglichkeit“ alle reproduzierbaren gesundheitlichen Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Verzehr von Lebensmitteln bzw. deren Inhaltsstoffen auftreten können.
Generell muss unterschieden werden zwischen funktionellen und strukturellen Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU) sowie toxischen und nicht toxischen Reaktionen:

  • Funktionelle NMU
    • Diese sind sogenannte isolierte Funktionsstörungen, die z. B. im Rahmen eines Enzymmangels auftreten können. Anatomisch und morphologisch sind hier keine Veränderungen im Gastrointestinal-Trakt nachzuweisen.
  • Strukturell bedingte NMU
    • Hier liegen ursächlich anatomisch-morphologische Veränderungen im Gastrointestinal-Trakt vor (z. B. durch Operationen, Entzündungen, Fehlbildungen u. a.), die sekundär zu nahrungsmittelassoziierten Beschwerden führen.
  • Toxische Reaktionen
    • Sie basieren auf Toxin-Wirkungen, hervorgerufen durch Nahrungsmittelkontamination aufgrund von Pflanzen-, Bakterien- und Myko-Toxinen sowie Chemikalien und anderen Giften (klassische Lebensmittelvergiftung).
  • Nicht toxische Reaktionen
    • Zu unterscheiden sind hierbei:
      • immunologisch vermittelte NMU; sie stellen in diesem Kontext die eigentliche (IgE vermittelte) Nahrungsmittelallergie dar, die bei 2 – 8 % der Bevölkerung vorkommt; auch die zellulär vermittelten NMU wie die Zöliakie und die eosinophile Ösophagitis sind hier einzuordnen;
      • nicht immunologisch vermittelte NMU; sie machen den weitaus größeren Teil ( > 20 – 25 %) aus und lassen sich untergliedern in enzymatische („Enzymopathien“), pharmakologische und psychogene NMU sowie in pseudoallergische Reaktionen (Pseudoallergie).

In der öffentlichen Diskussion kommt es häufig zu Verwechslungen und Vermischungen der Begrifflichkeiten. So bezeichnen viele Patienten ihre Unverträglichkeitsreaktionen als Allergien, es handelt sich jedoch nur bei einem kleinen Teil der NMU um echte allergische Reaktionen. Etwa 20 % der Erwachsenen in Industrieländern berichten über Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber Lebensmitteln. Die Prävalenz von echten Lebensmittelallergien beträgt demgegenüber nur 1 – 5 %.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Nahrungsmittelunverträglichkeiten – „wenn Essen krank macht“
aus der Zeitschrift Allgemeinmedizin up2date 01/2020

THIEME NEWSLETTER

  • Jetzt zum Newsletter anmelden und Paper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön ein Paper zum Download.

Quelle

Allgemeinmedizin up2date
Allgemeinmedizin up2date

EUR [D] 114,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Vitamine, Spurenelemente und Minerale
Hans Konrad BiesalskiVitamine, Spurenelemente und Minerale

Indikation, Diagnostik, Therapie

EUR [D] 61,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Klinische Gastroenterologie
Helmut MessmannKlinische Gastroenterologie

EUR [D] 199,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Harrisons Innere Medizin
Norbert Suttorp, Martin Möckel, Britta Siegmund, Manfred DietelHarrisons Innere Medizin

EUR [D] 299,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Cookie-Einstellungen