• Was gibt es Neues in den aktuellen ESC-Leitlinien?

    Chronische und akute Herzinsuffizienz

     

Chronische und akute Herzinsuffizienz – Was gibt es Neues in den aktuellen ESC-Leitlinien?

Die aktuellen ESC-Leitlinien zur chronischen und akuten Herzinsuffizienz bekräftigen viele der bisherigen Empfehlungen zur Therapie der chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion. Auf Grundlage aktueller Studienergebnisse gibt es auch einige Neuerungen. Zur Therapie der akuten Herzinsuffizienz existieren kaum eindeutige Klasse-I-Empfehlungen. Doch auch in diesem Bereich gibt es einen vielversprechenden Behandlungsansatz, wenn auch mit geringerer Evidenz.

Die neuen ESC-Leitlinien bestätigen den Einsatz von ACE-Inhibitoren, gefolgt von Beta-Blockern zur Prognoseverbesserung bei Patienten mit chronischer systolischer Herzinsuffizienz mit Ejektionsfraktion (EF) < 40 %. Angiotensin (AT)1-Rezeptor-Antagonisten sind weiterhin nur dann indiziert, wenn der Patient keine ACE-Inhibitoren verträgt.

 

Deutlich umfassender als bisher sind die Empfehlungen zur Therapie mit Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA). Die Leitlinien empfehlen nun, Patienten mit einem MRA zu therapieren, bei denen die EF trotz Einsatz von ACE-Inhibitoren und Beta-Blockern bei ≤ 35 % liegt. Eine Empfehlung für einen spezifischen Wirkstoff geben sie nicht. In einer aktuellen Meta-Analyse zeigten sich unter den MRA Eplerenon, Spironolacton und Canrenoat vergleichbare Effekte.

 

Neu ist auch die Empfehlung einer additiven Therapie mit Ivabradin zur If-Kanalhemmung. Die Empfehlung gilt für Patienten mit einer EF < 35 %, bei denen trotz bestehender Behandlung mit ACE-Inhibitoren, Beta-Blockern und MRA weiterhin Symptome auftreten und bei denen ein Sinusrhythmus mit einer Herzfrequenz von > 70/min vorliegt. Dabei ist zu beachten, dass Ivabradin laut den europäischen Zulassungsbehörden erst ab einer Herzfrequenz > 75/min zugelassen ist.

 

Eine Klasse-IA-Empfehlung erhält die Implantation eines ICD/CRT-Systems für Patienten mit stabiler, NYHA II-klassifizierter Herzinsuffizienz, einer QRS-Dauer von > 130 ms, einer EF < 30 % und Sinusrhythmik. Bei Patienten mit Vorhofflimmern bringt ein CRT-System dagegen keinen zusätzlichen Nutzen.

 

Für die Therapie der akuten Herzinsuffizienz gibt es nur wenige eindeutige Klasse-I-Empfehlungen:

  • Verabreichung von Diuretika
  • Sauerstoffgabe bei hypoxischen Patienten
  • Thromboembolie-Prophylaxe

 

Verschiedene Placebo-kontrollierte Studien lieferten neutrale oder negative Ergebnisse zu neueren Behandlungsansätzen der akuten Herzinsuffizienz. Die aktuellen ESC-Leitlinien enthalten dazu keine Empfehlungen. Die Ergebnisse der RELAX-AHF-Studie deuten allerdings darauf hin, dass eine Therapie mit Serelaxin, einem Derivat des Schwangerschaftshormons Relaxin, die Langzeit-Überlebenszeit bei akuter Herzinsuffizienz verbessern könnte. Um den positiven Effekt zu bestätigen, sind jedoch weitere große, Placebo-kontrollierte Studien notwendig.

 

Quelle: DMW; Pöss J, Ewen S, Link A, Böhm M. „Chronische und akute Herzinsuffizienz. Neuerungen in den aktuellen ESC-Leitlinien und zugrundeliegende Studien“

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