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Notfälle der Gallenblase und der galleableitenden Wege

In der Zentralen Notaufnahme trifft man häufig auf Leitsymptome, die Gallenblase und galleableitende Wege betreffen, z. B. Ikterus, Schmerzen und Fieber. Mit der richtigen Diagnostik führen diese Leitsymptome zu unterschiedlichen Diagnosen, u. a. Cholezystitis, Choledocholithiasis, symptomatische Cholezystolithiasis, Cholangitis. Eine interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme vermag diese Krankheitsentitäten zu unterscheiden und die richtige Therapie einzuleiten.

Erkrankungen, Definitionen und Erläuterungen

Eine Cholestase, Galleabflussstörung oder Galleaufstau, kommt meist durch Steine in den intra- (Hepatikolithiasis) oder extrahepatischen (Choledocholithiasis) Gallengängen oder aber durch eine Kompression des Gallengangs von außen (z. B. Tumor) zustande. Eine Cholestase äußert sich häufig durch eine unterschiedliche Klinik bei den Patienten: Bei einer Choledocholithiasis handelt es sich meist um ein plötzlich einsetzendes, intraduktales Ereignis, durch den Verschluss eines Gallengangs mit einem Stein, und geht oftmals mit Schmerzen einher.

Eine Kompression durch einen Tumor entsteht langsamer. Das Leitsymptom hier ist typischerweise der schmerzlose Ikterus, ein häufiges Beispiel hierfür ist das Pankreaskarzinom. Auch eine Autoimmunpankreatitis oder eine chronische Pankreatitis kann zu einer Schwellung des Pankreaskopfs führen und eine langsam entstehende, von außen auf den Gallengang wirkende Obstruktion darstellen.

Langsames Anschwellen der Gallengangwand kann ebenso zu einer Obstruktion führen. Analog zum Pankreas kann die Genese in einem cholangiozellulären Karzinom oder in einer autoimmun vermittelten Entzündung des Gallengangs liegen. Eine weitere raumfordernde Erkrankung stellt das seltenere Duodenal- oder Papillenadenom oder -karzinom dar. Auch diese können initial durch eine Cholestase in Erscheinung treten.

Eine seltene Sonderform der Obstruktion des Gallengangs von außen stellt das Mirizzi-Syndrom dar. Der Ductus hepatocholedochus (DHC) wird hierbei von außen durch einen im Gallenblasenhals oder Ductus cysticus feststeckenden Stein komprimiert. Hierbei handelt es sich um eine plötzlich auftretende Situation, die ebenfalls mit Schmerzen einhergehen kann.

Das Vorkommen von Gallensteinen in der Gallenblase wird als Cholezystolithiasis bezeichnet. Bei Symptomfreiheit handelt es sich hierbei vielmehr um einen Befund als um eine Krankheit. Kommt es durch Gallenblasensteine zu Beschwerden, so spricht man von einer symptomatischen Cholezystolithiasis. Die Symptomatik entsteht durch Kontraktion der Gallenblase, die einen Stein in den Ausflusstrakt oder sogar in den Ductus cysticus verlagert. Relaxiert sich die Gallenblase, so lassen die Beschwerden nach.

Cholestase heißt Gallenstau mit Aufweitung der Gallengänge. Es wird unterschieden zwischen intra- und extrahepatischer Cholestase. Bei der extrahepatischen Cholestase ist der DHC auf über 7 mm erweitert. Im Falle der intrahepatischen Cholestase lässt sich der Gallenaufstau bildmorphologisch bis in die Leber nachvollziehen.

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aus der Zeitschrift Notaufnahme up2date 04/2020

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