• Periphere arterielle Verschlusskrankheit

     

Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Epidemiologie, Komorbidität und Prognose

Die Häufigkeit der PAVK nimmt weltweit zu und auch in der Bundesrepublik steigt die Zahl der stationär behandelten Patienten kontinuierlich an. Die Knöchel- und Zehendruckmessungen mit Bestimmung des ABI bzw. TBI sind zuverlässige Methoden zur Diagnostik. Klinisch relevante Begleiterkrankungen sind die KHK, Herz- und chronische Niereninsuffizienz, und der Diabetes mellitus. Patienten mit asymptomatischer und symptomatischer PAVK haben eine deutlich erhöhte Morbidität und Mortalität.

Was ist neu?

  • Definition, Prävalenz und Inzidenz: Die Prävalenz der PAVK nimmt in Deutschland und weltweit zu. Mit höherem Lebensalter (> 70 Lj.) steigt sie geschlechtsunabhängig auf etwa 20 %.
  • Diagnostik: Ist die Messung des Knöchel-Arm-Index (ABI) nicht aussagekräftig, ermöglicht die Messung der Zehendruckwerte mit Bestimmung des Zehen-Arm-Index (TBI) eine zuverlässige Aussage zur Hämodynamik. ABI und TBI dienen dabei nicht nur zur Diagnosestellung einer PAVK, sondern stehen in linearer Korrelation zur kardiovaskulären Morbidität und Letalität.
  • Komorbiditäten: Eine begleitende Herzinsuffizienz verschlechtert die Offenheitsraten nach primär erfolgreicher Revaskularisation und die Gesamtprognose von Patienten mit PAVK. Neben einem Diabetes mellitus sind fortgeschrittene chronische Nierenerkrankungen hinsichtlich der Progression und Prognose der PAVK von herausragender Bedeutung.
  • Verlauf und Prognose: Bei stationär behandelten Patienten nimmt der Anteil der Patienten mit kritischer Extremitätenischämie in den letzten 10 Jahren kontinuierlich zu, ebenso die Anzahl von endovaskulären Eingriffen. Unverändert hoch ist allerdings die Mortalitätsrate hospitalisierter Patienten mit kritischer Ischämie.
  • Unterbehandlung und mangelndes Wissen über die Erkrankung: Im Vergleich zur KHK sind Patienten mit PAVK unterbehandelt. Das Bewusstsein und die Kenntnisse über die Erkrankung sind bei den Betroffenen weiterhin gering. 

Definition, Prävalenz und Inzidenz

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) bezeichnet eine Einschränkung der Durchblutung der extremitätenversorgenden Arterien und der Aorta. Ursache der chronischen Form der PAVK ist überwiegend die Arteriosklerose. Atherothrombotische Gefäßverschlüsse können akute Durchblutungsstörungen zur Folge haben. Weitaus seltenere Ursachen der PAVK umfassen unter anderem embolische Verschlüsse (kardiogen, arterio-arteriell), Kompressionssyndrome, Großgefäßvaskulitiden oder traumatische Gefäßverletzungen.

Die klinische Einteilung der PAVK erfolgt gemäß der Symptomatik nach der Stadieneinteilung von Fontaine. Im angelsächsischen Raum und international wissenschaftlich gebräuchlich ist dagegen die Rutherford-Klassifikation.

Zahlreiche epidemiologische Studien belegen eine Prävalenz der PAVK von 3–10 % in der Allgemeinbevölkerung. In der Altersklasse > 70 Jahre steigt die Prävalenz auf ca. 15–20 % an. Die globale Prävalenz der PAVK (Knöchel-Arm-Index [ABI] ≤ 0,9) wurde 2010 aus Daten eines systematischen Reviews mit mathematischen Schätzmethoden auf 202 Millionen Menschen geschätzt.

Zwischen 2000 und 2010 hat sich die Inzidenz in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen um 28,7 % erhöht, in Ländern mit hohem Einkommen um 13,1 %. In Deutschland stieg die Zahl der stationären Behandlungsfälle mit PAVK, wie eine aktuelle Untersuchung anhand von DRG-Aufnahmediagnosen nachweisen konnte: Während 2005 noch 2,7 % aller Hospitalisierungen auf eine PAVK zurückzuführen waren, stieg dieser Anteil 2009 auf 3,0 %. Der Anstieg war mit 32 % besonders ausgeprägt im Stadium IV zu beobachten.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Epidemiologie, Komorbidität und Prognose

Aus der Zeitschrift DMW 24/2015

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