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Point-of-care-Ultrasound (POCUS) – Möglichkeiten des mobilen Ultraschalls bei Hausbesuchen in ländlichen Gebieten – Eine Machbarkeitsstudie

Aufgrund des demografischen Wandels, der Urbanisierung und des Ärztemangels droht insbesondere in ländlichen Gebieten Deutschlands eine Unterversorgung der alternden Bevölkerung. Durch die Weiterentwicklung portabler Ultraschallgeräte können diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bei Hausbesuchen besser ausgenutzt werden.

Einleitung:

Schon heute kann der Einsatz von POCUS in der außerklinischen Ersteinschätzung von Traumata wie auch in Bereichen der Palliativmedizin durch Therapiemaßnahmen wie z.B. Ergusspunktionen zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen (Nuernberg D. et al 2015 Z Gastroenterol; Nuernberg D. et al 2017 Z Gastroenterol).

Materialen und Methoden:

Im Vordergrund stand die Testung eines Schulungsprogrammes auch für ultraschallunerfahrene Ärzte. Nach einem 3 stündigen Workshop, welcher eine Studien- und Gerätevorstellung, das Erkennen einfacher sonografischer Befunde und Punktionsübungen am Phantom beinhaltete, folgte eine zweiwöchige Lernphase mit individuell angeleiteten Patientenuntersuchungen mit einem portablen Ultraschallgerät der Firma GE (Vscan Extend). Danach nutzten die geschulten Ärzte POCUS in ihrer prästationären allgemein- wie palliativmedizinischen Versorgung über 6 Wochen. Leitsymptome, Untersuchungsergebnisse und resultierende Behandlungsänderungen (z.B. Akutinterventionen oder Medikamentenanpassungen) wurden in Form eines einheitlichen Erhebungsbogens dokumentiert.

Resultate:

Von 96 in Nordwestbrandenburg angeschriebenen Haus- und/oder Palliativärzten beteiligten sich 13 an dem zuvor beschriebenen Schulungsprogramm. Für eine Studienteilnahme mit Anwendung in der ärztlichen Praxis konnten insgesamt 10 Ärzte gewonnen werden. Hiervon wiesen 7 Teilnehmer ausreichende Ultraschallkenntnisse auf. Für 3 ultraschallunerfahrene Ärzte wurde ein intensiverer Support durch Supervision ambulanter Untersuchungen angeboten. Während einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 6 Wochen wurden bisher 35 Patienten bei Hausbesuchen mittels Ultraschall untersucht.

Schlussfolgerungen:

Es konnte gezeigt werden, dass ein individuell angepasstes Schulungsprogramm geeignet ist auch ultraschallunerfahrenen Ärzten eine sichere Handhabung in POCUS zur Beantwortung einfacher klinischer Fragegestellungen zu ermöglichen. Durch die hohen Nutzungsbereitschaft der teilnehmenden Ärzte erhoffen wir uns durch Auswertung der Erhebungsbögen auch einen messbaren Einfluss auf die Patientenversorgung in ländlichen Gebieten zeigen zu können.

Aus der Zeitschrift Ultraschall in der Medizin 01/2018

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