• Prävention von Schlaganfall und Demenz

     

Prävention von Schlaganfall und Demenz in der Hausarztpraxis: Evaluation des Projektes INVADE

Schlaganfälle und Demenzen sind führende Ursachen für Mortalität und Pflegebedürftigkeit im Alter. In Deutschland kam es im Jahr 2016 zu rund 370 000 stationären Behandlungen aufgrund zerebrovaskulärer Erkrankungen, darunter 258 000 ischämische Hirninfarkte. Im selben Zeitraum entwickelten sich nach epidemiologischen Schätzungen mehr als 300 000 Demenzerkrankungen. Das Lebenszeitrisiko ist hoch. Etwa die Hälfte der Frauen und mehr als 1 Drittel der Männer müssen damit rechnen, im Laufe ihres Lebens einen Schlaganfall zu erleiden oder an einer Demenz zu erkranken. Die demografische Entwicklung, die von weiterhin steigender Lebenserwartung und dem Vorrücken der Baby-Boom-Jahrgänge ins höhere Alter geprägt ist, wird die Zahl der Betroffenen zusätzlich anwachsen lassen, sofern sich das Erkrankungsrisiko nicht durch präventive Maßnahmen verringern lässt.

Beim Schlaganfall eröffnen sich der Prävention gute Chancen, da 90 % des Krankheitsrisikos von nur wenigen, überwiegend modifizierbaren Risikofaktoren determiniert zu werden scheinen. Dazu zählen vor allem Hypertonie, körperliche Inaktivität, Fehlernährung, Übergewicht, Depression, Rauchen, Alkoholmissbrauch und Diabetes mellitus. Dieselben Risikofaktoren tragen nach gegenwärtiger Kenntnis auch zur Entstehung von Demenzen bei. Ihre Elimination ließe nach einigen Modellrechnungen eine Reduktion der demenziellen Neuerkrankungen um etwa 30 % erwarten. Zwar ist der demenzpräventive Effekt einer Behandlung von kardiovaskulären Risikofaktoren noch unzureichend durch kontrollierte Studien belegt, doch sind die epidemiologischen Resultate so überzeugend, dass die Weltgesundheitsorganisation erstmals Leitlinien zur Risikoreduktion von kognitiven Einbußen und Demenzen formuliert hat. Die darin enthaltenen Empfehlungen schließen Blutdruckkontrolle, Rauchstopp, Diabetesmanagement, vermehrte körperliche Aktivität, gesunde Ernährung im Sinne einer mediterranen Diät sowie die Behandlung von Dyslipidämien und Depressionen, Gewichtsnormalisierung und Vermeidung eines riskanten Alkoholkonsums ein.

Die Ähnlichkeiten im Risikoprofil von Schlaganfällen und Demenzen legen eine gemeinsame Prävention nahe, wie sie kürzlich von der World Stroke Organization als „Berlin-Manifest“ proklamiert wurde. Ein solches Präventionsvorhaben ist mit dem Projekt INVADE (INterventionsprojekt VAskuläre Hirnerkrankungen und Demenz im Landkreis Ebersberg) seit längerer Zeit im Gang. Es wurde bereits vor knapp 2 Jahrzehnten als Modellprojekt begonnen und wird mit geringfügigen Veränderungen seit 2004 als Projekt der Integrierten Versorgung nach § 140a SGB V weitergeführt. Sein Ziel ist es, das Auftreten von Schlaganfällen zu verringern und durch die Modifikation der vaskulären Komponente von Demenzerkrankungen die Inzidenz von Demenzen zu senken. Die Präventionsmaßnahmen bestehen in der systematischen Detektion der vaskulären Risikofaktoren und ihrer konsequenten, evidenzbasierten Behandlung in der hausärztlichen Praxis.

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Aus der Zeitschrift DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift

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