Psoriasis – Häufige Verwechslung mit Pilzinfektionen

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Psoriasismanifestationen der Zehenzwischenräume werden oft übersehen oder fälschlich für eine Pilzinfektion gehalten. Eine Beobachtungsstudie von F. Bardazzi et al. hat nun gezeigt, dass die interdigitale Psoriasis (IP) häufiger vorkommt als gedacht. Dermatology 2013; 227: 130–133

In der Studie untersuchten die Wissenschaftler die Charakteristika und die klinische Präsentation der IP bei 164 Psoriasis-Patienten mit mittelschwerer bis schwerer kutaner Manifestation, die sich einer systemischen Therapie unterzogen. Wenn die Untersuchung der Zehenzwischenräume der Patienten weißliche, feste oder weiche Plaques ergab und damit ein Verdacht auf eine IP bestand, wurde eine Pilzinfektion anhand von Hautproben, Kulturen und Biopsien mikroskopisch ausgeschlossen oder bestätigt.

Entsprechende Befunde lagen bei 7 der 164 Patienten vor. Die Differenzialdiagnostik ergab histologisch nur in einem Fall eine Tinea pedis, in 6 Fällen (3,66 %) wurde dagegen eine IP bestätigt. Bei 3 Patienten war der Plaque scharf begrenzt auf die Zehe, bei 3 weiteren zeigte sich eine Ausbreitung bis auf die Fußsohle. Bei 4 Patienten betraf die IP nur einen Fuß, bei 2 beide Füße. 2 IP-Patienten wiesen zusätzlich einen Candidabefall auf, erst die Histologie bestätigte die Psoriasis als Hauptursache der Plaques.

Alle Patienten mit einer IP wurden über 4 Wochen mit einer topischen Therapie behandelt. Diese bestand aus einer Kombination aus Mometason-Salbe (2-mal täglich über 4 aufeinanderfolgende Tage) und Calcitriol-Salbe (2-mal täglich an den übrigen Tagen der Woche). Bei Pilzinfektion erfolgte eine systemische Therapie mit Itraconazol (100 mg / d über 21 Tage) ohne Absetzen der Immunsuppression wegen der bestehenden mittelschweren bis schweren Psoriasis. Alle interdigitalen Herde heilten unter dieser Therapie ab, allerdings neigte die IP nach Absetzen der Therapie zum Wiederaufflammen.

Eine eigene Entität ist die IP nicht, betonen die Autoren. Auch in Fällen, die in der Literatur berichtet werden, gab es wie hier fast immer weitere Psoriasis-Manifestationen an anderen Lokalisationen. Daher sollte ihrer Meinung nach der Begriff IP als Nomenklatur beibehalten werden anstatt andere Begriffe wie z. B. Psoriasis alba zu verwenden, um nicht den Anschein einer eigenen Psoriasis-Entität zu erwecken.

Fazit
Zeigt der Blick auf die Zehenzwischenräume von Patienten mit Psoriasis weißliche Herde, sollte immer an einen interdigitalen Psoriasisbefund gedacht werden, da meist keine Pilzinfektion dahinter steckt und Antimykotika entsprechend erfolglos bleiben. Interessant wäre eine Untersuchung, wie häufig die IP bei weniger ausgeprägter Psoriasis und als singuläre Manifestation der Psoriasis in der Allgemeinbevölkerung vorkommt, so die Autoren.

 

Quelle: Aktuelle Dermatologie 5/2014; Psoriasis – Häufige Verwechslung mit Pilzinfektionen, Friederike Klein

 

 

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