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Return to Work nach stationärer Rehabilitation

Eine zentrale Aufgabe der medizinischen Rehabilitation besteht in der Erhaltung bzw. der Wiedergewinnung der Erwerbsfähigkeit. Wichtige Parameter sind deshalb neben der möglichst weitgehenden Wiederherstellung der Gesundheit die Sicherstellung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die „Return-to-Work (RTW)“-Rate stellt deshalb ein wesentliches Ergebniskriterium für die Bewertung der medizinischen Rehabilitation dar.

Eine Übersicht über Messmöglichkeiten geben z. B. Wasiak et al. Sie kommen zu dem Schluss, dass in der RTW-Forschung nicht nur der Begriff RTW sehr unterschiedlich definiert, sondern auch eine Vielzahl von Instrumenten eingesetzt wird. Auch Schultz et al. beklagen das weitgehende Fehlen einer klaren Definition von RTW. Young et al. untersuchten in ihrem Review unterschiedliche Operationalisierungen von RTW, ebenso Steenstra et al., die ebenfalls eine große Bandbreite von Verfahren fanden.

Die RTW-Quoten variierten dementsprechend erheblich, sie lagen in dieser Metaanalyse zwischen 64 und 98%. So können zur Messung von RTW unterschiedliche Datenquellen herangezogen werden, z. B. Selbstangaben der Patienten, Daten von Arbeitgebern, Routinedaten von Kranken- und/oder Rentenversicherungsträgern. Zudem können sich die Messungen auf den RTW-Prozess- und/oder das RTW-Ergebnis beziehen, sie können einen Status zu einem bestimmtem Messzeitpunkt (3, 6, 12, 18, 24,… Monate) nach Krankheitseintritt, nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit oder auch nach einer Reha-Maßnahme erheben oder auch kumulativ einen entsprechenden Zeitraum nach den genannten Ereignissen einschließen. Inhaltlich werden als Kriterien u. a. genannt: Zeit der Abwesenheit von der Arbeit, Zeit der verringerten Produktivität, Zeit der Arbeit ohne funktionelle Einschränkungen, Dauer der Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit, Dauer der Fehltage nach dem Zeitpunkt einer Verletzung oder Erkrankung, Zeit bis zum Wiedereintritt in den gleichen oder einen anderen Job, voller Wiedereintritt an den bisherigen Arbeitsplatz.

Wie Steenstra et al. weisen auch Streibelt und Egner für die Medizinische Rehabilitation in Deutschland darauf hin, dass RTW-Ergebnisse u. a. von Messmethode, Messzeitpunkt und Stichprobe abhängen. Nach Morfeld wird RTW in der rehabilitationswissenschafltichen Literatur häufig mit dem bloßen Status der Erwerbstätigkeit oder Arbeitsfähigkeit gleichgesetzt. Er kritisiert, dass diese Kriterien den Aspekt einer dauerhaften beruflichen Wiedereingliederung zu wenig berücksichtigen. Bezugnehmend auf Bürger et al. wird vorgeschlagen, zur Berechnung von RTW über den Erwerbsstatus hinaus folgende Kriterien für eine „stabile Wiedereingliederung“ einzubeziehen:

a) Fehlzeiten unter 12 Wochen im Jahr nach der Reha,

b) keinen Rentenantrag gestellt und

c) kein Rentenantrag geplant. 

Diese Berechnungsvariante wird auch als „Return to Work in good health“ bezeichnet. Die genannten Kriterien korrelieren positiv mit einer langfristigen beruflichen Wiedereingliederung. Unter Einbezug dieser 3 zusätzlichen Kriterien ergeben sich z. T. deutlich niedrigere RTW-Anteile.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Return to Work nach stationärer Rehabilitation – Varianten der Berechnung auf der Basis von Patientenangaben und Validierung durch Sozialversicherungs-Beitragszahlungen.

Aus der Zeitschrift Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 06/2016

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Quelle

Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin
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Journal of Physical and Rehabilitation Medicine

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