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10 Risikofaktoren eines Schlaganfalls

In Phase 1 hatte die große internationale Fall-Kontroll-Studie INTERSTROKE bereits festgestellt, dass 10 vermeidbare Einflussfaktoren 90 % des bevölkerungsbezogenen Schlaganfallrisikos ausmachen. Nun wurde das Projekt nochmal erweitert – auf fast 27 000 Teilnehmer in 32 Ländern. Groß genug, um regionale Unterschiede auszumachen.

Zwischen 2007 und 2015 rekrutierte das Team 10 338 Patienten mit ischämischem Schlaganfall, 3059 mit zerebraler Blutung und 13 472 Kontrollpatienten. Als wichtigste Faktoren mit Einfluss auf das Schlaganfall-Risiko erwiesen sich:

  • arterieller Hypertonus (OR 2,98; PAR 47,9 %; OR: Odds Ratio, PAR: population attributable risk)
  • regelmäßige sportliche Aktivität (0,60,; 35,8 %)
  • Apolipoprotein(APO)B / ApoA1-Ratio (1,84; 26,8 %)
  • gesunde Ernährung (0,60; 23,2 %)
  • Taille-Hüft-Verhältnis (1,44; 18,6 %)
  • psychosoziale Faktoren (2,20; 17,4 %)
  • Rauchen (1,67; 12,4 %)
  • kardiale Ursachen (3,17; 9,1 %)
  • Alkoholkonsum (2,09; 5,8 %)
  • Diabetes mellitus (1,16; 3,9 %)

Zusammen machten diese Faktoren 90,7 % des PAR für alle Schlaganfälle weltweit aus (91,5 % für ischämische Schlaganfälle, 87,1 % für zerebrale Blutungen). Das war auch über die verschiedenen Regionen und Bevölkerungsgruppen weitgehend konstant:

  • 82,7 % in Afrika bis 97,4 % in Südostasien
  • 90,6 % bei Männern und Frauen
  • 92,2 % bei Patienten bis 55 Jahre
  • 90,0 % bei Patienten über 55 Jahren

Es gab allerdings kleine Unterschiede bei der Bedeutung der einzelnen Risikofaktoren in ihrem regionalen Vorkommen. Insgesamt zeigten sich aber mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Hypertonie ist und bleibt der wichtigste Risikofaktor – mit einer PAR (je nach Region) zwischen 38,8 und 59,6 %. 7 der 10 Faktoren waren für beide Schlaganfall-Formen ähnlich bedeutsam. Ein zu hoher Blutdruck war der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für beide, besonders aber für zerebrale Blutungen, während Rauchen, Diabetes und Apolipoproteine praktisch nur für ischämische Schlaganfälle bedeutsam waren. Ein Mix aus globalen und regionsspezifischen Präventionsprogrammen scheint den Autoren deshalb am besten geeignet, die Zahl der Schlaganfälle zu senken.

Lesen Sie den Kommentar aus der Praxis hier: 10 beeinflussbare Risikofaktoren eines Schlaganfalls

Aus der Zeitschrift DMW 22/2016

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