Rotaviren: STIKO empfiehlt Standard-Impfung für Säuglinge

  • Die Schluckimpfung für Säuglinge kann das Risiko einer Rotaviren-Infektion effektiv senken.

     

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Rotaviren-Impfung für Säuglinge in die Impfempfehlungen aufgenommen. Die Schluckimpfung zielt darauf ab, schwere Krankheitsverläufe bei Säuglingen und Kindern zu verhindern und damit auch die hohe Hospitalisierungsrate zu reduzieren. Laut STIKO stellt die Impfung gegen Rotaviren derzeit den besten Infektionsschutz dar.

Seit August 2013 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) die Schluckimpfung gegen Rotaviren für Säuglinge. Bei Kindern unter 5 Jahren ist eine Infektion mit Rotaviren nach wie vor die häufigste Ursache für Gastroenteritiden. Rotaviren (RV) sind hochansteckend und äußerst robust gegenüber Umwelteinflüssen. So haben sich die bisherigen Hygienemaßnahmen zur Infektionsprophylaxe als wenig effektiv erwiesen. Die STIKO bewertet eine Schluckimpfung gegen Rotaviren bei Säuglingen daher als effektivste Maßnahme, um einer Gastroenteritis infolge einer Rotaviren-Infektion vorzubeugen.

 

Schluckimpfung so früh wie möglich!

Insgesamt stehen zwei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung:

  • der monovalente Lebendimpfstoff Rotarix®
  • der 5-valente Lebendimpfstoff RotaTeq®

Je nach angewendetem Impfstoff sollte die erste Impfung zwischen der 6. und 12. Lebenswoche erfolgen. Die Säuglinge erhalten dann mit einem Mindestabstand von vier Wochen je zwei bzw. drei Impfdosen.

Die beiden Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Dennoch kann es in seltenen Fällen (1 bis 2 pro 100.000 geimpfte Kinder) zu einer Darminvagination kommen. Da das Risiko dieser Impfkomplikation mit dem Alter ansteigt, empfiehlt die STIKO, die Säuglinge so früh wie möglich zu impfen und die Impfserie spätestens bis zur vollendeten 24. bzw. 32. Lebenswoche abzuschließen. Die Rotaviren-Schluckimpfung kann dabei zusammen mit anderen Standardimpfungen verabreicht werden.

 

Rotaviren-Impfung kann Hospitalisierungsrate senken

Obwohl Rotarix® und RotaTeq® bereits im Jahr 2006 europaweit zugelassen wurden, hat die STIKO nach gründlicher Bewertung erst jetzt eine Impfempfehlung für Säuglinge ausgesprochen. Hintergrund sind die hohe Krankheitslast und Hospitalisierungsrate. Zwar verläuft eine Rotaviren-Infektion in Deutschland nur sehr selten tödlich, dennoch führt sie häufig zu schweren Krankheitsverläufen, insbesondere bei Säuglingen und Kindern. Allein in Deutschland werden pro Jahr circa 20.000 Kinder stationär im Krankenhaus behandelt, etwa 50 hiervon intensivmedizinisch.

Mit der Empfehlung für die RV-Schluckimpfung erhofft sich das RKI nun eine deutliche Eindämmung der Infektions- und Hospitalisierungsrate. Ergebnisse aus großen klinischen Studien belegen, dass eine Impfung gegen Rotaviren die Hospitalisierungsrate zwei Jahre nach der Impfung um 92% senken kann. Zudem kam es in anderen Ländern bereits zu einer Herdenimmunität infolge der RV-Impfung, so dass auch nicht-geimpfte Personen von einem niedrigeren Infektionsrisiko profitieren können.

 

Quelle: Mitteilungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Empfehlung zur Rotavirus-Standardimpfung von Säuglingen in Deutschland. Bundesgesundheitsbl 2013; 56:955-956.

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