• Diabetes und Schlaf

     

Der Schlaf ist relevant für das Diabetesmanagement

Ein subjektiv schlechter Schlaf konnte bereits als Risikofaktor für eine schlechte glykämische Kontrolle bei Patienten mit Typ-2-Diabetes identifiziert werden. Eine Querschnittsstudie von Annelies Brouwer et al. von der Freien Universität in Amsterdam untersuchte anhand von objektiven Daten und subjektiven Angaben von Patienten mit Typ-2-Diabetes, welche Schlafcharakteristika am deutlichsten mit dem HbA1c-Wert assoziiert sind.

An der Studie nahmen 205 Patienten mit Typ-2-Diabetes teil, die an der Diabetesambulanz der Universitätsklinik und an einem ambulanten Diabeteszentrum in Hoorn, Nordholland, rekrutiert worden waren. Objektive Schlafparameter wurden über eine Woche hinweg durch eine Aktigrafie mithilfe eines Handgelenk-Akzelerometers ermittelt und parallel dazu subjektive Schlafparameter mit den Fragebogen Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) und Insomnia Severity Index (ISI) erfasst. Für die Auswertungen wurde ein Algorithmus verwendet, der Akzelerometerdaten und selbst berichtete Symptome integriert und für den eine gute Vergleichbarkeit mit der Polysomnografie als schlafmedizinische Standarduntersuchung belegt ist.

Die Wissenschaftler prüften in einer linearen Regressionsanalyse Assoziationen zwischen verschiedenen Schlafparametern und dem HbA1c-Wert auf individueller und Gruppenebene und berücksichtigten dabei auch eine Vielzahl anderer Einflussfaktoren wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Geburtsland, Bildungsniveau, Medikation, BMI, körperliche Aktivität, Risiko für eine Schlafapnoe, Alkoholkonsum etc.

Für 172 Patienten mit Typ-2-Diabetes lagen vollständige 7-Tages-Daten aus der Aktigrafie und den Fragebogen vor. Das mittlere Alter dieser Patienten lag bei 66,4 Jahren, 62 % waren Männer, 78 % arbeiteten weniger als 12 Stunden pro Woche oder gar nicht mehr. Der mittlere Body Mass Index (BMI) lag bei 30,8 kg/m², der mittlere HbA1c-Wert bei 7,3 %. Die mittlere Schlafdauer betrug 6 Stunden und 29 Minuten mit einem mittleren Schlafzeitpunkt um 3 Uhr 50 am Morgen. Die mittlere Schlafeffizienz (Anteil der Schlafdauer an der insgesamt zum Schlafen im Bett verbrachten Zeit) betrug 88 %.

Ergebnisse

Als stärkste Einflussvariable des Schlafs auf den HbA1c-Wert identifizierten die Forscher die Variabilität der Schlafdauer, die knapp 5 % der Variabilität des HbA1c-Werts erklärte (β = 0,239; p = 0,002; R2 = 4,9 %). Die Variabilität der Schlafdauer interpretieren sie als Hinweis auf eine teilweise Schlafdeprivation, gefolgt von einer Schlafkompensation in Folgenächten. Ähnlich hoch war der Einfluss der Gesamtschlafdauer, der eine U-förmige Assoziation mit dem HbA1c-Wert zeigte (β = 1,161/β2 = 1,044; p = 0,017/0,032; R2 = 4,3 %), gefolgt von der subjektiven Schlafqualität (β = 0,191; p = 0,012; R2 = 3,6 %), der Variabilität des mittleren Schlafzeitpunkts (β = 0,184; p = 0,016; R2 = 3,4 %) und der Schlafeffizienz (β = –0,150; R2 = 2,3 %). Der mittlere Zeitpunkt des Schlafs als Hinweis auf den Chronotyp und subjektive Insomnie-Symptome war dagegen nicht mit dem HbA1c-Wert assoziiert.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Der Schlaf ist relevant für das Diabetesmanagement

Aus der Zeitschrift Diabetologie und Stoffwechsel 02/2020

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