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SOP Umgang mit dem Portkatheter

Das vollständig implantierbare Portsystem ist ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Gabe von Chemotherapeutika im Rahmen einer Tumorbehandlung, dem Einsatz in der Schmerztherapie oder zur parenteralen Ernährung (TPE) von Patienten. Die gute Akzeptanz bei Patienten und Klinikern rührt nicht zuletzt von der einfachen Implantier- und Bedienbarkeit, nur wenigen Einschränkungen im Patientenalltag und einer geringen Komplikationsrate her. Auch hier gilt es, die Basishygiene zu beachten, um die Funktionsfähigkeit des „Ports“ langfristig sicherzustellen.

Einerseits bildet die Haut des Patienten eine gute, natürliche Barriere gegen das Eindringen von pathogenen Bakterien und schützt so vor Infektionen v. a. der Gewebstasche, in welche die Portkammer eingebracht wurde. Andererseits ist das Portsystem ein Fremdkörper, der bevorzugt kolonisiert wird und in seltenen Fällen zu einer Blutstrominfektion (BSI) führen kann. Folglich gilt der Portpunktion und der -pflege eine besondere hygienische Aufmerksamkeit.

Indikationen

Das Portsystem wird immer dann eingesetzt, wenn einerseits (besonders gefäßreizende) Medikamente, Blut- und Blutprodukte sowie die TPE über einen längeren Zeitraum kontinuierlich oder intermittierend verabreicht und andererseits die möglichen Einschränkungen – z. B. der Mobilität – besonders gering gehalten werden sollen.

Portimplantation

Der Port besteht aus einer Portkammer (Keramik, nicht magnetische Titan-Polylegierungen, Epoxidkunststoffe, Silikonseptum) und dem eigentlichen Katheter (Polyurethan, Silikon), welcher über eine größere Vene (z. B. Vv. jugularis oder subclavia) in die große Hohlvene (V. cava superior) vorgeschoben wird. In der Regel erfolgt der etwa halbstündige Eingriff ambulant unter örtlicher Betäubung. Hierbei wird der Katheter zwischen zwei kleinen Hautschnitten, welche der Aufnahme der Portkammer und dem Anschluss an das Gefäßsystem dienen, unter der Haut hindurchgeführt („getunnelt“). Häufig wird die Portkammer unterhalb des Schlüsselbeins im Unterhautfettgewebe zwischen dem Delta- und dem großen Brustmuskel auf der vorderen Brustwand fixiert. Neben unterschiedlichen Lage- und Implantationstechniken existieren zahlreiche Variationen in Form und Größe (z. B. für den pädiatrischen Einsatz).

Der Port kann unmittelbar nach der Implantation genutzt werden. In der Regel erfolgt aber die erstmalige Punktion („Anstechen“) nach ein paar Tagen der Wundheilung. Diese SOP berücksichtigt in Abgrenzung zu den arteriellen, peritonealen und intrathekalen Systemen den Gebrauch und die Pflege eines venösen Ports unter hygienischen Gesichtspunkten.

Abnahme von Blutproben

Grundsätzlich ist die Abnahme von Blutproben aus dem Port v. a. bei schwierigen Gefäßverhältnissen eine mögliche Alternative zur Punktion peripherer Gefäße, birgt neben dem Risiko von Abnahmeartefakten (Hämolyse und Substanzverlust, Verdünnungseffekte durch Infusionsrückstände) und Thrombenbildung allerdings auch das der Kontamination des Ports durch vermehrte Manipulationen am System und sollte nur bei entsprechender Indikation erfolgen. Ein sorgsames „pulsatiles“ Spülen des Ports mit ca. 20 ml physiologischer Kochsalzlösung ist daher sehr wichtig. Eine Empfehlung zur Verwendung von „Heparin-Blocks“, der Zusatz von Ethanol, Ascorbat, Zitrat oder die Prophylaxe der Portokklusion mittels Strepto- oder Urokinase wird mangels hinreichender Evidenz nicht gegeben. Freilich gelten weiterhin die Herstellerempfehlungen des Portsystems. Das Antiseptikum Taurolidin (Taurolock®) findet durch eine verbreiterte Studienlage eine zunehmende Verwendung.

Liegedauer der Portnadel

In Abhängigkeit von der Substanzgabe wird die Portnadel häufig nach 5 – 10 Tagen gewechselt. Vor dem Hintergrund einer unzureichenden Datenlage kann keine Empfehlung zu den Wechselintervallen gegeben werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: SOP Umgang mit dem Portkatheter

aus der Zeitschrift: Onkologie up2date 01/2019

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