Statine modifizieren Effekte von Omega-3-Fettsäuren

  • Omega-3-Fettsäure Statintherapie

     

Bei der Prävention und Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen sind Statine 1. Wahl. Studienergebnisse legen allerdings nahe, dass der Einsatz dieser Arzneistoffe den positiven Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf die kardiovaskulären Outcomes mindert. S. R. B. M. Eussen et al. untersuchten bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten, ob Statine die Effekte von Omega-3-Fettsäuren modifizieren. (European Heart Journal 2012; 33: 1582-1588)

Bei der „Alpha-Omega“-Studie handelte es sich um eine multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte Studie aus den Niederlanden. Die Autoren identifizierten unter den Studienteilnehmern 3740 Statin-Nutzer und 413 Statin-Nicht-Nutzer. Bei beiden Gruppen wurden die Effekte einer zusätzlichen täglichen Menge von 400 mg Eicosapentaensäure plus Docosahexaensäure und / oder 2 g α-Linolensäure oder Placebo - dargereicht in Form von Margarine - auf die Rate an schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen untersucht. Der Studienzeitraum erstreckte sich von April 2002 bis Dezember 2006. Die Patienten wurden im Durchschnitt über 41 Monate nachbeobachtet.

Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 68,9 ± 5,6 Jahre, 78% waren männlich. Die Zeitspanne zwischen dem letzten Herzinfarkt und dem Studieneintritt war im Median 3,7 Jahre (IQR 1,7-6,3). 495 Statin-Nutzer (13%) und 62 Statin-Nicht-Nutzer (15%) erlitten ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis. Bei den Statin-Nutzern reduzierte eine zusätzliche Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren nicht die Rate an kardiovaskulären Ereignissen (HRadj [adjustiert für Alter, Geschlecht sowie Typ-1- und Typ-2-Diabetes] 1,02; 95%-KI 0,80-1,31; p = 0,88). Innerhalb der Gruppe der Statin-Nicht-Nutzer kam es lediglich bei 9% der Patienten, die Eicosapentaensäure, Docosahexaensäure und α-Linolensäure zu sich nahmen, zu einem kardiovaskulären Ereignis, innerhalb der Placebogruppe waren es 18% (HRadj 0,46; 95%-KI 0,21-1,01; p = 0,051).

Fazit:
Die Studienergebnisse zeigen, dass eine Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren bei Statin-Nicht-Nutzern mit früherem Herzinfarkt möglicherweise das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse senkt. Im Fall von Statin-Nutzern hatte eine solche Supplementierung keine Wirkung. Offenbar modifiziert eine Statin-Behandlung die Effekte der Omega-3-Fettsäuren auf die Inzidenz von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen.

 

Dr. Frank Lichert, Weilburg; Aktuelle Ernährungsmedizin

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