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Stationäre Diabetestherapie und Behandlung

Angesichts der demographischen Entwicklung und Zunahme der Diabetesprävalenz, der gleichzeitig sinkenden Anzahl von Diabetesabteilungen in den Krankenhäusern und der schlechten Abbildung von Diabetes im Vergütungssystem in den Krankenhäusern kommt ein großes Problem auf das Gesundheitssystem zu.

Gemeinhin wird der Diabetes mellitus als eine Krankheit angesehen, die ambulant behandelt wird. Dies rührt daher, dass die Anzahl der stationär behandelten Diabetespatienten in der Gesundheitsberichterstattung extrem unterschätzt wird. Hier werden nämlich nur Patienten mit der Hauptdiagnose Diabetes erfasst, für Baden-Württemberg beispielsweise bedeutet dies, dass nur jeder 90. Krankenhauspatient wegen Diabetes in der Klinik liegt. Erfasst man allerdings die Nebendiagnose Diabetes, hat bereits jeder 8. Patient die Stoffwechselerkrankung. Um die wirkliche Zahl der Diabetespatienten zu erfassen, haben wir im Universitätsklinikum Tübingen über 3 Monate alle stationären Patienten im Alter über 18 Jahre auf Diabetes und Prädiabetes untersucht und den HbA1c-Wert gemessen. Hier zeigte sich, dass 22,2 %, also jeder 4. Patient im Universitätsklinikum, einen Diabetes mellitus hat.

Die Bedeutung der Diabeteserkrankung in der stationären Behandlung zeigt sich auch darin, dass beispielsweise verschiedene medikamentöse Therapien (Psychopharmaka, Onkologika, Steroide etc.) häufig zu einer Stoffwechseldekompensation und zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Auch elektive Eingriffe sollten bei Diabetespatienten von einer prä-, peri- und postoperativen spezifischen Diabetestherapie begleitet werden. Dekompensiert der Stoffwechsel, ist die Komplikationsrate während des Eingriffs und während des Aufenthalts höher und die Patienten sind länger in der Klinik.

Dass die Diabetesdiagnose gerade bei stationären Diabetespatienten nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf, zeigen die Mortalitätsraten für Diabetes. Bisher wurden Mortalitätsraten für Diabetes anhand der Totenscheine erfasst. Doch diese Vorgehensweise führt zu einer erheblichen Unterschätzung der Diabetesmortalität. Die aktuellen Daten, die die sogenannte diabetesbedingte Exzessmortalität erheben, zeigen, dass jeder 5. Deutsche an Diabetes stirbt.

Das Krankenhaus – ein idealer Ort für Diabetesscreening

In Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Diabetes. Bis zum Jahr 2040 werden 12,3 Millionen Menschen an der Stoffwechselerkrankung leiden, wie aktuelle Hochrechnungen zeigen, die die demografische Entwicklung berücksichtigen. Somit wird die Zahl der im Krankenhaus zu behandelnden Diabetespatienten weiter stark zunehmen. Es ist auch extrem wichtig, zu wissen, ob ein Patient Diabetes hat. Die Klinik ist der ideale Ort, um auf Diabetes zu screenen. Die Patientenerfassung und das HbA1c-Screening lässt sich mit einem gut ausgestatteten, modernen Zentrallabor mit automatisierter HbA1c-Messung und durch vollautomatisches Einpflegen der Informationen in das Patientenmanagementsystem praktisch gut umsetzen. Unsere Untersuchungen im Universitätsklinikum Tübingen zeigten zudem, dass Patienten mit Diabetes etwa 1,47 Tage länger in der Klinik behandelt werden mussten, als Patienten mit der gleichen Diagnose ohne Diabetes. Die Betroffenen hatten darüber hinaus ein höheres Risiko für Komplikationen: Bei 24 % der Patienten mit Diabetes traten Komplikationen auf. Zum Vergleich: nur 15 % der Patienten ohne Diabetes waren von Komplikationen betroffen. Es ist also wichtig zu wissen, ob man einen bisher unerkannten Diabetespatienten vor sich hat. Also ist ein Screening nötig und ebenso natürlich eine darauffolgende strukturierte, interdisziplinäre Behandlung.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Stationäre Diabetestherapie und Behandlung

Aus der Zeitschrift: Diabetes aktuell 03/2019

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