• Hypertonie

     

Therapieresistente und ‑refraktäre Hypertonie

Die resistente Hypertonie ist primär eine diagnostische Herausforderung: Patienten mit wirklicher Therapieresistenz müssen identifiziert und eine sekundäre Hypertonieform muss nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Dieser Beitrag zeigt, wie Praxishypertonie und Non-Adhärenz ausgeschlossen werden, wie häufig sekundäre Hypertonieformen vorliegen und welche Möglichkeiten bei einer „wirklichen“ Therapieresistenz bestehen.

Die früher übliche Verwendung des Begriffs „schwer einstellbare Hypertonie“ ist mittlerweile einer neuen, besser definierten Terminologie gewichen. So wird als Therapieresistenz (resistant hypertension) die Situation gekennzeichnet, bei der unter angemessenen Allgemeinmaßnahmen und einer medikamentösen Therapie mit mindestens 3 antihypertensiven Substanzen aus unterschiedlichen Wirkstoffgruppen inklusive eines Diuretikums kein Blutdruckabfall auf Werte systolisch < 140 mmHg und/oder diastolisch < 90 mmHg in der Praxis erreicht wird. Eine erweiterte Definition der Therapieresistenz umfasst auch solche Patienten, bei denen der Blutdruck mit 4 und mehr Medikamenten normalisiert ist. Eine Non-Adhärenz mit der medikamentösen Therapie sollte ausgeschlossen sein. Weiterhin sollte die Therapieresistenz durch eine „Out-of-Office“-Blutdruckmessmethode, ambulante Blutdruckmessung (ABDM) oder Heimblutdruckmessung (HBDM) bestätigt sein. Nachteil dieser neuen Terminologie ist die Suggestion von therapeutischer Kapitulation in dem Sinne, dass nun keine weiteren medikamentösen Therapieoptionen bestehen würden.

Als therapierefraktär (refractory hypertension) wird eine Hypertonie bezeichnet, wenn der Praxisblutdruck trotz Einnahme von mindestens 5 antihypertensiven Medikamenten aus verschiedenen Wirkstoffklassen inklusive eines lang wirksamen Thiazid-artigen Diuretikums (z. B. Chlortalidon) und eines Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten (z. B. Spironolacton) nicht unter 140/90 mmHg absinkt. Es handelt sich bei der therapierefraktären Hypertonie also um eine Untergruppe der Therapieresistenz, in der extreme Therapieversager zusammengefasst werden.

Kann als Ursache einer vermeintlichen Therapieresistenz eine inadäquate medikamentöse Therapie, eine suboptimale Adhärenz mit der Therapie, eine Praxishypertonie oder eine nicht leitliniengerechte Praxisblutdruckmessung identifiziert werden, wird diese als Pseudoresistenz (pseudo resistance) bezeichnet und von der „wirklichen“ oder „echten“ Resistenz (true resistance) unterschieden. Der Begriff „apparente“ (apparent) Therapieresistenz fasst Pseudoresistenz und wirkliche Resistenz zusammen. Solange eine Pseudoresistenz nicht ausgeschlossen ist, sollte daher von einer apparenten Therapieresistenz gesprochen werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Therapieresistente und ‑refraktäre Hypertonie

Aus der Zeitschrift: DMW 02/2020

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