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Trinkwasserdesinfektion auf Reisen: Ein Update für die reisemedizinische Beratung

In Regionen ohne kommunale Wasseraufbereitung sind Reisende auf eine eigenständige Desinfektion ihres Trinkwassers angewiesen. Hierzu steht eine Vielzahl sowohl altbewährter als auch innovativer Methoden zur Verfügung, von denen jede Stärken und Schwächen aufweist. Die Güte des Desinfektionsergebnisses unterliegt dem Einfluss zahlreicher Umweltfaktoren und nicht jede Methode eignet sich gleichermaßen für alle Reisekonzepte und Reiseregionen. Dies macht die Trinkwasserhygiene in der reisemedizinischen Beratung zu einem komplexen Thema. Der vorliegende Artikel liefert einen Überblick über die aktuell gebräuchlichen Methoden der Trinkwasserdesinfektion auf Reisen mit besonderem Fokus auf Wirkmechanismen und Einflussfaktoren. Im Anschluss wird ein Leitfaden für die Beratung Reisender zur Auswahl einer geeigneten Methode und Vermeidung von Fehlern bei deren Anwendung vorgeschlagen.

Kontaminiertes Trinkwasser ist die Quelle zahlreicher durch Mikroorganismen übertragener Erkrankungen. Allen voran steht hierbei die Reisediarrhö, deren Inzidenz in Entwicklungsländern bis zu 90 % betragen kann (bezogen auf einen 2-wöchigen Aufenthalt). Die Erkrankung beeinträchtigt nicht nur das subjektive Wohlbefinden, sie kann auch mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen (z. B. akutes Nierenversagen, septische Verläufe, Abszedierung, Chronifizierung). Darüber hinaus besteht das Risiko weiterer trinkwasserassoziierter Erkrankungen wie zum Beispiel Hepatitis A, Typhus oder Poliomyelitis.

Das Erregerspektrum der Reisediarrhö umfasst Bakterien (50–80 %), Viren (5–25 %) und Protozoen (< 10 %). Der weltweit am häufigsten nachgewiesene Keim ist ETEC (enterotoxischer E. coli). Weitere wichtige darmpathogene Bakterienspezies sind Campylobacter, Salmonellen, Shigellen und Vibrio cholerae. Bei viral bedingten Durchfallerkrankungen stehen Noro- und Rotaviren im Vordergrund. Protozoen wie Giardia lamblia und Kryptosporidien sind zwar deutlich seltener vertreten, jedoch verursachen sie mitunter schwerere und langwierigere Verläufe. Für Wurmerkrankungen spielt die Übertragung durch Trinkwasser eine eher untergeordnete Rolle, mit Ausnahmen wie Dracunculus medinensis (Medinawurm) oder Fasciola hepatica (Leberegel). Auch sporenbildende Bakterien zählen nicht zu den primär relevanten Trinkwasserkeimen, sondern werden hauptsächlich durch Schmierinfektion und kontaminierte Nahrungsmittel übertragen.

Mittlerweile existiert eine große Vielfalt an Verfahren zur individuellen Trinkwasseraufbereitung. Jedes weist sowohl Stärken als auch Schwächen auf und die Wirksamkeit wird durch zahlreiche Umweltfaktoren beeinflusst. Dies macht die Trinkwasserhygiene zu einem komplexen Thema. Ein 2010 publizierter Übersichtsartikel von Flörchinger lieferte bereits einen guten Überblick über verschiedene Aufbereitungsmethoden. Auf internationaler Ebene stehen die Empfehlungen der UIAA als Grundlage für eine Beratung zur Verfügung. Der Markt für das entsprechende Equipment zeigt jedoch eine beachtliche Dynamik. So wurden in den letzten Jahren Verfahren, die sich in großtechnischen Anlagen auf kommunaler Ebene bewährt haben, in Form kleiner, mobiler Geräte der Nutzung auf Reisen zugänglich gemacht. Darüber hinaus gibt es Entwicklungen, die durch den Einsatz von Nanotechnologie neue Materialien mit verschiedenen Oberflächeneigenschaften zur Filtration oder Katalyse von Desinfektionsprozessen hervorbringen. Diese innovativen Verfahren sind zwar bislang noch wenig verbreitet, werden allerdings zunehmend auf dem Markt beworben. Unabhängig davon bestehen unter Reisenden teilweise gravierende Wissenslücken bezüglich der Trinkwasserhygiene, was Anlass zur Verfassung eines Updates speziell im Hinblick auf die reisemedizinische Beratung gab. Im Folgenden werden die verschiedenen Methoden vorgestellt und ein Leitfaden für die praxisorientierte reisemedizinische Beratung vorgeschlagen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Trinkwasserdesinfektion auf Reisen: Ein Update für die reisemedizinische Beratung

Aus der Zeitschrift: Flugmedizin Tropenmedizin Reisemedizin 05/2019

 

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