• Jojo-Effekt © Olivier Le Moal - Fotolia.com

    Bleibt der JoJo-Effekt aus, profitieren die Patienten mit Vorhofflimmern am meisten. Gewichtsreduktion (≥ 10%) und geringe Gewichtsschwankungen haben einen positiven Effekt hinsichtlich des Erhalts des Sinusrhythmus und der Vorhofflimmerlast.

     

Vorhofflimmern – Gewichtsstabilität fördert Erhalt des Sinusrhyhtmus

Bei Patienten mit Vorhofflimmern scheint eine geplante Gewichtsabnahme die Vorhofflimmerlast zu verringern und den Erhalt des Sinusrhyhtmus nach einer Ablationsbehandlung zu fördern. Pathak et al. widmeten sich erneut dem Thema, diesmal mit der Frage, ob der klinische Effekt abhängig ist vom Ausmaß der Gewichtsreduktion und ob sich Fluktuationen des Körpergewichts klinisch auswirken.

 

In die prospektiv angelegte LEGACY-Studie wurden 355 Patienten mit symptomatischem paroxysmalem oder persistierendem Vorhofflimmern und einem BodyMass-Index ≥ 27 kg / m2 aufgenommen. Alle Patienten wurden hinsichtlich einer sinnvollen Gewichtsabnahme von 10% des aktuellen Körpergewichts beraten und im Verlauf ernährungstherapeutisch begleitet.

Die Autoren unterschieden in der Kohorte zwischen dem Ausmaß der erzielten Gewichtsreduktion (≥ 10% , 3–9%, <3%) sowie zwischen einem stabilen Gewichtsverlauf und einer Gewichtsfluktuation von ≥ 1%. Die Behandlung des Vorhofflimmerns erfolgte medikamentös, zumeist mit Sotalol oder Flecainid, und / oder mittels perkutaner Katheterablation. Die mittlere Nachbeobachtungszeit lag bei ca. 4 Jahren.
Gewichtsreduktion (≥ 10%) und Gewichtserhalt günstig

Es konnte gezeigt werden, dass eine langfristige Reduktion des Körpergewichts von ≥ 10% mit einer 6-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit für den Erhalt des Sinusrhythmus assoziiert war (95%-CI 3,4-10,3). Gewichtsfluktuationen von > 5% führen zu einem 2-fach erhöhten Risiko für ein Arrhytmierezidiv (95%-CI 1,0-4,3). Außerdem konnten in der Patientengruppe mit ≥ 10% Gewichtsreduktion die Vorhofflimmerlast und die Symptomschwere besser verringert werden als bei Patienten, deren Gewichtsreduktion bei 3–9% oder < 3% lagen. Gleichzeitig kam es bei Patienten mit erfolgreicher Gewichtsreduktion um ≥ 10% zu einer Verbesserung der kardiometabolischen und inflammatorischen Marker sowie des kardialen Remodelings.

 

Fazit

Bei übergewichtigen und adipösen Patienten mit paroxysmalem oder persistierendem Vorhofflimmern ergab sich für eine langfristige Körpergewichtsreduktion ein dosisabhängiger Effekt für das klinische Outcome. Patienten, die ≥ 10% ihres Ausgangsgewichts abnahmen und keine größeren Gewichtsschwankungen aufwiesen, profitierten am meisten hinsichtlich des Erhalts des Sinusrhyhtmus und der Reduktion der objektiven und subjektiven Vorhofflimmerlast.

Dr. K. Franke

Aus der Zeitschrift Aktuelle Kardiologie

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