• Demenz

     

Vorhofflimmern als Risikofaktor für eine Demenz

Sowohl Vorhofflimmern als auch eine Demenz weisen eine hohe Prävalenz in der älteren Bevölkerung auf und werden in einem relevanten Ausmaß durch vergleichbare kardiovaskuläre Risikofaktoren bedingt. Vorhofflimmern ist bekanntermaßen ein unabhängiger Risikofaktor für den ischämischen Schlaganfall und zudem ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz, wie bevölkerungsbasierte Untersuchungen und systematische Übersichtsarbeiten belegen.

In Westeuropa beträgt die Prävalenz einer Demenz etwa 2600 pro 100 000 bei den über 65-Jährigen und etwa 21 700 pro 100 000 bei den über 85-Jährigen. Im Zuge der aktuellen demografischen Entwicklung ist eine weitere Zunahme der Prävalenz zu erwarten, auch wenn sich dies in den letzten Jahren in Westeuropa nicht nachweisen ließ. Im Hinblick auf eine möglicherweise zu geringe diagnostische Aufmerksamkeit kann eine höhere Prävalenz einer Demenz in der Bevölkerung zudem nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der variierenden diagnostischen Kriterien (z. B. gemäß ICD-10 oder DSM-IV) sind die berichteten (regionalen) Prävalenzen einer Demenz nur bedingt vergleichbar.

Bei den primären Demenzen (Alzheimer-Demenz, Frontotemporale Demenz, Demenz mit Lewy-Körperchen, vaskuläre Demenz]) ist pathophysiologisch zwischen einer vaskulären und einer degenerativen Genese zu unterscheiden. Durch bisher nicht abschließend geklärte Mechanismen kommt es bei den degenerativen Demenzen (Alzheimer-Demenz, Frontotemporale Demenz, Demenz mit Lewy-Körperchen) zur Aggregation intra- bzw. extrazellulärer Proteine mit konsekutiver Funktionsstörung und Untergang von Neuronen. Von den primären Demenzen werden sekundäre Demenzen unterschieden, die beispielsweise durch metabolische Störungen, Autoimmunerkrankungen oder infektiöse Erkrankungen bedingt sein können und insgesamt etwa 5 – 10% aller Demenzen ausmachen. Die häufigste Demenz, die ca. 75% aller Demenzerkrankungen bei den über 65-Jährigen verursacht, ist die Alzheimer-Demenz.

Vorhofflimmern verursacht schätzungsweise 10 – 15% aller ischämischen Schlaganfälle. Des Weiteren haben Schlaganfallpatienten mit Vorhofflimmern (unbehandelt) ein vergleichsweise hohes Risiko für einen erneuten ischämischen Schlaganfall. Anhand von Beobachtungsstudien mit serieller Bildgebung ist zudem davon auszugehen, dass klinisch unbemerkte ischämische Schlaganfälle häufiger sind als klinisch manifeste Schlaganfälle und mit einem erhöhten Risiko für eine Demenz einhergehen. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass eine vaskuläre Schädigung der Progression einer nicht vaskulär bedingten Demenz Vorschub leistet.

Es ist davon auszugehen, dass etwa 10% aller Schlaganfallpatienten bereits vor dem Auftreten des ersten Schlaganfalls eine Demenz hatten und etwa 10 – 25% aller Schlaganfallpatienten nach dem ersten Schlaganfall eine (sogenannte „Post Stroke“) Demenz entwickeln. Nach einem Schlaganfallrezidiv tritt bei jedem Dritten eine Demenz auf. Leichte bis moderate kognitive Defizite, die nicht die Kriterien einer manifesten Demenz erfüllen, finden sich bei 30 – 62% der Schlaganfallpatienten.

 

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Aus der Zeitschrift Aktuelle Kardiologie 06/2017

 

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