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Die entwicklungspsychologische Sprachtherapie mit kleinen Kindern

Sprache hat 2 Hauptfunktionen: einerseits die Kommunikation mit dem Ziel, die Welt zu verändern, und andererseits die Repräsentation mit dem Ziel, die Welt darzustellen.

Die Voraussetzung für die Entwicklung der kommunikativen Funktion liegt im Anspruch, anderen Personen etwas mitzuteilen (Sprachproduktion), bzw. den Äußerungen anderer Personen zuzuhören (Sprachverstehen). Die Prozesse, welche zu diesen Kompetenzen führen, geschehen in der Auseinandersetzung mit der Personenwelt (Ich – Du) und können durch die Entwicklung der Individuation umschrieben werden.

Auseinandersetzung mit der Gegenstandswelt

Die Voraussetzung für die Entwicklung der repräsentativen Funktion von Sprache liegt als erstes darin, verlässliche Vorstellungen von nicht vorhandenen, vergangenen oder zukünftigen Ereignissen, Personen oder Situationen aufzubauen. In einem zweiten Schritt geht es dann darum, diese Vorstellungen in Symbole, d. h. in Wörter und Sätze zu übersetzen. Vor allem der zweite Schritt ist komplex. Vorstellungen sind allgemein eher ganzheitlich, während das Symbolsystem Sprache streng linear ist: Wörter bestehen aus einer Reihe von Lauten. Sätze bestehen aus einer Reihe von Wörtern. Erzählungen oder Texte bestehen aus einer Reihe von Sätzen. Das heißt: man muss es auf die Reihe bringen! Die Prozesse, welche zu dieser Fähigkeit führen, geschehen in der Auseinandersetzung mit der Gegenstandswelt (Ich – Gegenstand), im Besonderen im Symbolspiel. Tatsächlich erfordert das Symbolspiel ganz ähnliche Fähigkeiten wie die Entwicklung der Sprache. Um Erlebnisse in Form symbolischer Handlungen darzustellen, braucht es in einem ersten Schritt ebenfalls die Vorstellung und in einem zweiten Schritt die Fähigkeit, diese in eine lineare Struktur zu übersetzen. Der Unterschied besteht darin, dass die Strukturen im Spiel weniger streng sind als diejenigen der Sprache.

Dreiecks-Verbindung

Letztlich liegt das Besondere der sprachlichen Kommunikation darin, dass es sich immer um eine Verknüpfung der Personen- und Gegenstandswelt, also um eine Dreiecks-Verbindung von Ich, Du und Gegenstand handelt. Eine solche Verbindung gelingt dem Kind Ende des ersten Lebensjahres, wenn es nach einem kleinen Erlebnis mit dem Gegenstand erstmals zum Erwachsenen schaut mit dem fragenden Blick „was sagst du dazu?“ bzw. „sagst (oder machst) du’s wieder?“. Dieser Blick wird als triangulärer oder referentieller Blick bezeichnet und bildet die Basis für die Entwicklung des Sprachverstehens.

Lesen Sie den gesamten Beitrag: Die entwicklungspsychologische Sprachtherapie mit kleinen Kindern.

Quelle: Sprache Stimme Gehör 04/2014
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Zeitschrift für Kommunikationsstörungen

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